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Pinneberger Tageblatt

21. September 2017 | 15:54 Uhr

Pinneberger Theater-Krise : Politik auf der Bremse

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Fraktionen wollen klärende Gespräche über die künftigen Spielstätten der Pinneberger Schauspielgruppen führen.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Die Theatergruppen der Kreisstadt zeigten sich geschockt vom Vorstoß der Verwaltung, die Ernst-Paasch-Halle zu verkaufen und das Geschwister-Scholl-Haus (GSH) ausschließlich für die Jugendarbeit zu reservieren. Pinneberger Bühnen und Forum Theater bräuchten dann ab August eine neue Spielstätte. Entscheiden müssen die Politiker – der Kulturausschuss tagt am 16. April. Im Gespräch mit dem Pinneberger Tageblatt stellen Vertreter aller Fraktionen jedoch klar: Es besteht noch Gesprächsbedarf.

Andreas Meyer (CDU) hält den geplanten Verkauf der Ernst-Paasch-Halle für die logische Konsequenz aus der gescheiterten Finanzierung. Zur Frage, ob die zwei Theatergruppen im Geschwister-Scholl-Haus spielen dürfen, sagte Meyer: „Wir müssen uns noch in der Fraktion beraten.“ Er habe jedoch gehört, dass die Kapazitäten des Jugendzentrums in der Bahnhofstraße an ihre Grenzen stießen. SPD-Chef Kai Vogel plädieert dafür, „nicht einfach mit dem Hammer auf die Kulturlandschaft einzuschlagen.“ Die Vorlage der Verwaltung hält er für voreilig. „Es muss erst Einvernehmen zwischen allen Beteiligten hergestellt werden.“ Auch die Pläne, die Ernst-Paasch-Halle in ein Kulturzentrum umzuwandeln, will Vogel noch nicht begraben. Er weiß aber auch: „Es wird sehr schwierig.“

Ratsherr Manfred Stache (Grüne & Unabhängige) macht die Haltung seiner Fraktion klar: „Solange es keine Alternative gibt, sollen zumindest die Pinneberger Bühnen weiter im GSH spielen dürfen.“ In Sachen Ernst-Paasch-Halle spricht sich Stache für eine Krisensitzung aller Parteien mit Kulturschaffenden und den Bürgern der Stadt aus. Dabei sollen Unterstützer für einen Umbau gefunden werden: „Allein können wir das nicht wuppen“.

 

Uwe Lange von den Bürgernahen findet deutliche Worte: „Das Geschwister-Scholl-Haus ist groß genug.“ Es sei nur eine Frage der Organisation, beide Theatergruppen dort unterzubringen. „Diese Gespräche hätte man früher führen müssen.“

Freidemokrat Werner Mende stellt dagegen klar: „Die Theatergruppen können im GSH spielen – aber nur wenn die Jugendarbeit nicht darunter leidet.“ Für Jugendliche sei es wichtiger, Kulturangebote vor Ort zu erhalten. „Für Erwachsene liegt schließlich die Metropole Hamburg direkt vor der Haustür.“ Trotzdem gilt auch für die FDP: „Über die Details müssen wir noch reden.“

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