zur Navigation springen

Dichterwettstreit in Bönningstedt : Poetry-Slam als Deutschstunde

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gemeinschaftsschule Rugenbergen lädt neunte und zehnte Klassen zur Veranstaltung in die Aula ein.

von
erstellt am 01.Jun.2016 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Erwartungsvoll nahmen gestern Morgen etwa 120 Schüler der 9. und 10. Klassen der Bönningstedter Gemeinschaftsschule Rugenbergen in der Aula Platz. Auf die Frage des Poetry-Slammers Danny, wer denn schon einmal eine derartige Veranstaltung besucht habe, hob sich kein einziger Arm. Grund genug für den Protagonisten, erst einmal zu erklären, worum es eigentlich ging.

„Das hier ist so etwas wie ein Dichterwettstreit“, erklärte der 26-Jährige. Üblicherweise würden mehrere Kandidaten gegeneinander antreten, doch heute seien es nur zwei: er und seine Kollegin Lena. „Vorgetragen werden nicht nur Gedichte, sondern auch Prosa – aber alle Werke müssen selbst verfasst sein“, erläuterte Danny.

Requisiten seien nicht erlaubt. „Wenn ich also über meinen toten Hamster und die Oma erzähle, darf ich weder die Oma noch den Hamster mit auf die Bühne nehmen“, sagte Danny und erntete die ersten Lacher im Publikum. Der Gewinner des Wettstreits, der durch das Publikum ermittelt werde, erhalte – so sei es üblich – eine Flasche Schnaps.

Unterstufenkoordinatorin Regine Brandt berichtete den Schülern, dass sie während einer Veranstaltung im Bönningstedter Partyspeicher auf die Idee gekommen sei, ihren Schülern diese Art von moderner Dichtkunst näherzubringen. „Wir werden heute nicht mit Punktetafeln abstimmen, sondern über den Applaus “, kündigte sie an.

Als erstes trug Lena einen sehr nachdenklichen Text zum Thema „Toleranz“ vor. Danny konterte mit dem Thema „Das Leben schreibt die schönsten Geschichten“. Der Tenor: Die eigene Geschichte sollte jeder besser selbst in die Hand nehmen. Die erste Runde entschied Danny für sich.

Der zweite Vortrag

Der 26-jährige grinste verschmitzt, bevor er seinen zweiten Vortrag startete: „Ich versuche ja immer, eine nette Einleitung zu finden, aber das ist schwierig – es ist ein Text übers Scheißen“, kündigte er an. Lena dagegen hielt einen anrührenden Kurz-Vortrag über ihre erste große Liebe: ein Haustier. Damit ging die zweite Runde an sie.

Dekadenz auf Reisen war Dannys drittes Thema: „Ich zahl’ an der Strandbar mit Payback-Card“, so der Titel. Lenas Vortrag beschäftigte sich mit Veränderungen: „Willst du die Welt ändern, dann änder’ erst dich“, lautete ihr Fazit. Auch diese Runde entschied Danny für sich.

Während nur wenige Schüler in der großen Runde Fragen stellen mochten, nutzte eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen die Möglichkeit, mit beiden Protagonisten anschließend ins Gespräch zu kommen. „Mal was neues, es macht Spaß zuzuhören“, „Das war wirklich sehr interessant“ und „Ich würde auf jeden Fall wieder hingehen“, lautete die Resonanz der Schüler.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen