Poesie gepaart mit Komik und Melodie

Sara wagte eine Selbsttherapie und schrieb sich ihren Ekel vor Keimen von der Seele.
Sara wagte eine Selbsttherapie und schrieb sich ihren Ekel vor Keimen von der Seele.

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11. Juni 2018, 11:38 Uhr

„Das Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt ihr nicht mal bei Lidl oder Aldi, das sage ich euch. Überlegt mal, was ihr hier alles bekommt und das für diesen lächerlichen Eintrittspreis“, sagte Armin Sengbusch alias Schriftstehler mit großen Augen Richtung Publikum. Wie immer, wenn Sengbusch auf der Bühne steht, ging es um Komik aber auch um Poetik. Erstmalig fand am vergangenen Wochenende im Pinneberger Geschwister-Scholl-Haus ein Poetry und Singer Slam statt. Musiker und Poeten traten unter einem Dach auf und präsentierten ihre Texte, Reime und Melodien.

Durch den Abend führten Sara-Melissa Beckmann und Sengbusch als komisches Duo. Sechs Poeten und fünf Sänger hatten sich angekündigt. Spontan wurde auch Sengbusch zum Sänger und läutete den Abend mit einem Lied ein, das er für seine beste Freundin geschrieben hat. Abwechselnd traten dann die Künstler des jeweiligen Genres auf.

Komplett unterschiedlich zeigten sich die aufgeführten Stücke. Vom komischen Text, in dem es um „Germany’s Next Torfmodel“ geht oder davor gewarnt wird, dass Putin nicht zum Flächenbrand werden solle – denn wer würde sich sein Staatsoberhaupt schon gern oben ohne auf einem stattlichen Pferd vorstellen –, bis hin zur einfühlsamen Ballade gab der Abend alles her.

Die Poetin Sara zum Beispiel versuchte sich mit ihrem Text „Die Welt ist ein Meer aus Keimen“ selbst zu therapieren und sich die Angst vor Schmutz zu nehmen. Johannes sang in seinem Lied vom „Großen Dirigent, der seine Partitur nicht kennt“, Simon schilderte in seinen Zeilen „Morgentau“ aus der Sicht eines Morgenmuffels den Weg zur Schule – mit allerlei Hindernissen.

Publikumslieblinge waren alle Künstler an diesem Abend. Jeder für sich zeigte eine ganz andere Facette von Poesie. Lachen und gute Laune wären bei einer Wiederholung des Events programmiert.

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