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„Wo ist eigentlich Ihr Problem?“ : Podiumsdiskussion: Erstwähler löchern Politiker mit ihren Fragen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Podiumsdiskussion Schüler aus dem Kreis Pinneberg kommen zu Wort und stellen Fragen rund um die Landtagswahl

von
erstellt am 28.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Pinneberg | „Zeitung gibt Erstwählern eine Stimme“ lautete das Motto der vom A. Beig organisierten Podiumsdiskussion. Dazu waren Donnerstag um 10 Uhr sieben Direktkandidaten des Kreises Pinneberg in den Pinneberger A. Beig-Verlag eingeladen worden, die sich am 7. Mai zur Wahl stellen werden. Dabei waren: Julian Flak (AfD), Friederike Mey (Piraten, als Vertretung für Kathrin Jasper-Ahlers, die Direktkandidatin für den Wahlkreis Pinneberg-Elbmarschen), Beate Raudies (SPD), Erika von Kalben (Grüne), Birte Glißmann (CDU), Olaf Klampe (FDP) sowie Klaus-Dieter Brügmann (Die Linke). Sie alle stellten sich den Fragen der etwa 100 Schüler von Bismarckschule und Berufsschule aus Elmshorn sowie von Johannes-Brahms und Johann-Comenius-Schule aus Pinneberg.

Nachdem alle Kandidaten ein kurzes Statement zu ihrer Person und ihrer Partei abgegeben hatten, wurde die Diskussion für die Schüler geöffnet. Dabei zeigten sich die Jugendlichen außerordentlich interessiert und stellten sehr tiefgründige Fragen. Eine Schülerin scheute sich nicht, den AfD-Politiker Flak direkt anzusprechen und wollte wissen: „Sie sprechen immer von einer Flüchtlingskrise. Was ist denn eigentlich Ihr Problem?“ Nach dieser Frage erfüllte eine erwartungsvolle Stille den Raum. Es war spürbar, dass dieses Thema nicht nur eine Jugendliche bewegt. Flak stellte heraus, dass er gegen die „Einwanderung durch die Hintertür Asyl“ kämpfen wolle und die „Regeln des Schengener Abkommens in Zukunft mehr berücksichtigt werden sollen.“ Außerdem sei er gegen den Familiennachzug, da der Flüchtlingsstrom auf diese Weise unkontrollierbare Ausmaße annehme. Flak formulierte auch folgende Frage: „Warum lassen die oft jungen und starken Männer ihre Familie denn einfach zurück?“ Dieser leicht angedeutete Vorwurf rief sowohl im Publikum als auch bei seinen Politiker-Kollegen große Empörung hervor.

Darauf folgte von den anderen Anwesenden ein Plädoyer für eine bessere Integration der Flüchtlinge. Linken-Politiker Brügmann betonte, dass er sehr froh über den gegenwärtigen Abschiebestopp von Flüchtlingen nach Afghanistan sei. Einen kräftigen Applaus und viel Zustimmung aus den Reihen der Schüler bekam von Kalben, die sehr klare Worte zum Thema Vorurteile gegenüber Flüchtlingen fand. „Das ständige Vermengen von Kriminalität und Flüchtlingen im direkten Zusammenhang, bei dem am Ende eine braune Soße rauskommt, muss endlich aufhören.“

Neben dem Thema Flüchtlinge wurden auch sehr viele Fragen zum Thema der Lohngleichheit von Männern und Frauen, der gleichgeschlechtlichen Ehe sowie der Infrastruktur gestellt. Glißmann betonte, dass sich die CDU auf Landesebene nun für die Gleichstellung von homosexuellen Paaren im Bezug auf die Ehe engagiere und sie auch weiter auf Bundesebene dafür kämpfen werde. Klampe möchte im Zuge der infrastrukturellen Veränderungen vor allem die Planung stärken. Zum heiß diskutierten Thema der Betreuungssituation sagte Mey: „  Ich begreife nicht, warum die Kitas noch nicht kostenlos sind.“ Aufgrund der vielen Fragen, wurde gegen Ende der Diskussion die Turbo-Runde eingeleitet, bei der die Politiker lediglich 30 Sekunden Zeit hatten, um zu antworten. Auf diese Weise konnten mehr Fragen berücksichtigt werden. „Das ist gut, da kommt man nicht so ins Labern“, meinte Raudies. Bei all den Unterschieden, eines war allen am Ende wichtig: Jeder sollte von seinem Wahlrecht Gebrauch machen.

 
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