Amt Geest und Marsch Südholstein : Platzsuche für Flüchtlingshäuser: Bisher kein Grundstück gefunden

Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Rieprich neben dem Friedhof in Heist, auf dem der Bau eines neuen Amtshauses geplant ist, sind seit Monaten drei leere Flüchtlingsunterkünfte abgestellt.
Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Rieprich neben dem Friedhof in Heist, auf dem der Bau eines neuen Amtshauses geplant ist, sind seit Monaten drei leere Flüchtlingsunterkünfte abgestellt.

Der Appell von Amtsdirektor Rainer Jürgensen hat nicht gefruchtet. Appen müsse notfalls neue Kita um Unterkünfte herumbauen, so Jürgensen.

shz.de von
02. Mai 2018, 10:30 Uhr

Hetlingen/Appen/Heist | Rainer Jürgensen, Amtsdirektor vom Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums), ist wieder einmal auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge und Asylbewerber. Diesmal geht es nicht um die Anmietung von Wohnraum, sondern um Grundstücke zur Ansiedelung von sogenannten Ferienhäusern. Weil sein Appell an die Bürgermeister der zehn Gums-Dörfer während der Hauptausschusssitzung am 17. April in Moorrege nicht gefruchtet hatte, legte er während der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses in Hetlingen noch einmal nach.

In Appen sind beim Dorfgemeinschaftshaus vier Flüchtlingshäuser angesiedelt, in denen 17 Menschen zurzeit untergebracht sind. Die Gemeinde will an dieser Stelle so schnell wie möglich eine Kindertagesstätte bauen. „Ich habe alle zehn Dörfer angeschrieben, aber niemand hat sich gemeldet“, beklagte Jürgensen die mangelnde Resonanz auf die Umsiedlungswünsche. „Ich setzte die Häuser nicht einfach um, notfalls muss die Kita drumherum gebaut werden“, sagte Jürgensen.

Aber nicht nur die Appener sind gefragt. Aktuell gehen die Flüchtlingszahlen wieder nach oben, erläuterte der Amtsdirektor. In der vergangenen Woche gab es ein neues Kontingent an Zuweisungen, und auch in dieser Woche würden im Amtsbereich weitere Menschen erwartet. Eine Zahl nannte Jürgensen nicht. Er betonte, dass die in Heist seit Monaten zwischengeparkten drei leeren Flüchtlingshäuser auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Rieprich an anderer Stelle aufgestellt und angeschlossen würden, um weitere Plätze zur Unterbringung zu schaffen. Jürgensen appellierte eindringlich an die Kommunalpolitiker, Grundstücke vorzuschlagen. „Im Extremfall würde ich die Häuser gegen Ihren Willen aufstellen. Und da wollen wir nicht hin“, so der Amtsdirektor.

Während der Sitzung wurde auch der Haushalt 2018 verabschiedet. Die eingeplanten Kosten für Flüchtlinge und Asylbewerber sind mit 1,5 Millionen Euro angesetzt. Dieser Betrag wurde auch 2017 für etwa 280 Männer, Frauen und Kinder benötigt.

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