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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 07:36 Uhr

Platznot in den Frauenhäusern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gewaltopfer finden keine Wohnungen und bleiben immer länger in Schutzeinrichtungen

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2014 | 14:18 Uhr

Die Frauenhäuser im Kreis Pinneberg können zurzeit keine weiteren Gewaltopfer aufnehmen. Die Wohnungsnot und die hohen Mietpreise zwingen seit geraumer Zeit immer mehr Frauen dazu, länger in den Einrichtungen zu bleiben als notwendig. Elmshorn (28 Plätze), Pinneberg (15 Plätze) und Wedel (15 Plätze): Alle Häuser sind belegt. In ganz Schleswig-Holstein nehmen von den 16  Frauenhäusern nur vier neue Bewohnerinnen auf. Wer jetzt Schutz sucht, wird – wenn möglich – an andere Frauenhäuser vermittelt.

Gerade wenn mehrere Kinder dabei sind, sei es schwer, eine geeignete Wohnung zu finden, sagt Tatjana Koschke, Mitarbeiterin des Frauenhauses in Wedel. „Einige Frauen bleiben aber auch länger, weil sie psychisch noch nicht stabil und traumatisiert sind.“

In Elmshorn ist die Lage ähnlich: Die hohen Mietpreise machen vor allem Frauen zu schaffen, die Arbeitslosengeld II beziehen. Dazu komme noch die Ablehnung einiger privater Vermieter, wenn es sich um Frauen mit Migrationshintergrund handle. Ein Kopftuch oder die dunkle Hautfarbe seien nicht selten ein K.O.-Kriterium bei der Wohnungssuche. Das berichten Maj-Birte Gernand vom Frauenhaus in Elmshorn und Audrey Stormer von der Pinneberger Schutzeinrichtung.

Eine Besserung sei derzeit nicht in Sicht. Stormer würde sich ein Kontingent für ihre Frauen wünschen. Denn auf dem offenen Wohnungsmarkt hätten es die Gewaltopfer „sehr schwer“.

Einfacher sei die Situation hingegen für Frauen aus dem europäischen Ausland oder für Berufstätige. Sie bekämen in der Regel leichter eine Wohnung.

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