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Hasloh bleibt bei der Sanierung : Pläne für Schulneubau endgültig vom Tisch

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hasloh | Die letzte Seite der Präsentation war leer. „An dieser Stelle ist das Resümmee vorgesehen“, erklärte Norbert Schadendorf, der in seinem etwa 20-minütigen Vortrag dem Hasloher Gemeinderat und etwa 60 Besuchern das Konzept der Arbeitsgruppe „Perspektive für Hasloh“ erläutert hatte. Es sieht den Neubau einer Grundschule bei anderweitiger Nutzung des jetzigen Schulgebäudes vor.

„Ein Bürgerbegehren findet nicht statt. Es wäre kein Problem gewesen, dies anzustrengen“, sagte Schadendorf und wies darauf hin, dass er probeweise innerhalb nur einer Woche bereits 50 von etwa 250 erforderlichen Unterschriften gesammelt habe. „Es ist egal, wie die Entscheidung bei einem Bürgerbegehren ausgegangen wäre, wir wären anschließend für alles Mögliche verantwortlich gemacht worden“, sagte Schadendorf. Wäre die Option Sanierung herausgekommen, seien an allen Mehrkosten das Bürgerbegehren schuld gewesen – und im Falle eines Neubaus wäre der Gemeinderat ohne Herzblut bei der Sache und bei jeder Gelegenheit die Bemerkung „Wir wollten ja etwas anderes“ zu hören gewesen. „Wir haben hier im Gemeinderat nicht die Kompetenz, wie sie beim Bau der Bilsbek-Schule im Kummerfeld vorhanden war“, schloss Schadendorf seine Ausführungen.

Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) bedankte sich bei der Arbeitsgruppe und merkte an, dass dieser Impuls zu spät komme. SPD-Fraktionsvorsitzender Gunnar Schacht verglich das Konzept mit einem Überraschungs-Ei: „Alles wird neu, toll, günstiger und geht auch noch schneller – dahinter setze ich ein deutliches Fragezeichen.“ Auch bei einem Neubau würden Kosten für die Sanierung des Schulgebäudes anfallen – Schacht schätze diese auf 2,9 Millionen Euro. Zudem seien Abschreibungen und Unterhaltungskosten des Neubaus nicht berücksichtigt worden. „Die SPD-Fraktion unterstützt das Thema nicht“, stellte Schacht klar.

Für die CDU-Fraktion verdeutlichte Dagmar Steiner, dass es sinnvoll sei, bei derartigen Ausgaben erneut kritisch über das Vorhaben nachzudenken. „Wir haben bereits 2013 ein Konzept für einen Neubau eingefordert, doch die Machbarkeitsstudie wurde damals niedergeschmettert“, sagte sie.

Zahlen seien Spekulation

Auch FDP-Fraktionsvorsitzender Kay Löhr betonte, dass seitens seiner Fraktion vor zwei Jahren die ergebnisoffene Diskussion gefordert worden sei. „Wir haben in den vergangenen Tagen das Konzept diskutiert und da wir keine Fachleute sind, sind für uns sowohl die Summen des neuen Konzepts als auch die Zahlen, die Herr Schacht ins Feld führt, reine Spekulation“, sagte er. Seine Anregung: Ein Architekturbüro solle beauftragt werden, das Konzept zu überprüfen, um zu einer Entscheidungsgrundlage zu gelangen.

Ralf Gercken von der Quickborner Verwaltungsgemeinschaft wies darauf hin, dass ein Vergleich der Kosten für Sanierung und Neubau nur bei gleicher Planungstiefe der Vorhaben möglich sei. „Das ist mit einer Machbarkeitsstudie möglich“, sagte Gercken. Allerdings könne dann eine Zeitverzögerung eintreten, die den Beginn der Sanierung in den Sommerferien verhindere. Bei der Abstimmung darüber, ob eine Studie in Auftrag gegeben werden soll, sprachen sich die acht Mitglieder von CDU und FDP dafür, die neun SPD-Gemeinderäte dagegen aus.

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erstellt am 18.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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