"Pinosaurier" unterstützen interkulturelle Erziehung

1000  Euro für interkulturelle Erziehung: Regina Nowak mit  den 'Pinosauriern'. olz
1000 Euro für interkulturelle Erziehung: Regina Nowak mit den "Pinosauriern". olz

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02. Januar 2013, 01:14 Uhr

Pinneberg | Ihre Erfolgsquote ist eindrucksvoll. "Die allermeisten Kinder verlassen uns mit einer Realschulempfehlung", sprudelte Regina Nowak hervor. Viele verabschieden sich auch ins Gymnasium, setzte sie drauf, denn dumm seien ihre Schutzbefohlenen überhaupt nicht. Sie könnten nur nicht genügend deutsch. Voller Enthusiasmus beschrieb Nowak Pinnebergs wohltätiger Altherrenriege, den "Pinosauriern", ihre Arbeit. Die Gruppe hatte ihr Projekt schon häufiger unterstützt. Diesmal ging Nowak mit einer 1000-Euro-Spende nach Hause.

Seit mehr als 30 Jahren setzt Nowak sich mit Zähigkeit und unglaublicher Energie dafür ein, Kindern mit Migrationshintergrund oder sozialen Defiziten gute schulische Abschlüsse zu ermöglichen. "Interkulturelle Erziehung" heißt der Verein, dessen Programm sie seit seiner Gründung an der Rübekampschule umsetzt. Und das an jedem Schultag. Nach dem regulären Unterricht gibt es für alle was zu essen und dann geht es an die Arbeit.

Etwa 40 Grundschüler profitieren derzeit von Nowaks Lernhilfe. Bernd Wiegeshoff, viele Jahre Leiter der Rübekampschule und seit seiner Pensionierung Vereinsvorsitzender, gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er Nowaks Verdienste beschreibt. Dank ihrer Hilfe werde "ein Fluch durchbrochen", stellt er heraus. Statt Schulunlust aus Hoffnungs- und Perspektivenlosigkeit ermögliche sie den Kindern Erfolgserlebnisse, baue Selbstvertrauen auf und vermittle solide Kenntnisse als Grundstein für echte Chancen im Leben und im Beruf. Das dazu nötige intensive Eingehen auf jedes einzelne Kind sei im normalen Schulunterricht gar nicht möglich, macht der frühere Rektor klar. Der Andrang zu Nowaks Nachmittagsprogramm sei deshalb enorm. "Die Eltern rennen uns die Bude ein", fasst Wiegeshoff zusammen.

Ohne großzügige Spender könnte das Projekt nicht überleben, gab Schatzmeister Elmar Stolper zu bedenken, denn öffentliche Zuschüsse seien in den letzten Jahren immer wieder gekürzt oder sogar ganz gestrichen worden.

Offiziell sollen die Eltern für das Förderprogramm 52 Euro im Monat zahlen und dann noch zwei Euro Zuschuss zum täglichen Mittagessen. Schon diese Beträge seien nicht kostendeckend aber dennoch für manche Eltern nicht erschwinglich, berichtete Stolper. So sei für ihn das Jahr 2011 mit einem Defizit von rund 10 000 Euro zu Ende gegangen. Für 2012 werde es nicht viel anders aussehen, war seine Voraussage. Umso dankbarer sei er den "Pinosauriern" und hoffe, ihr Beispiel werde Nachahmer finden.

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