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Der Wahnsinn zieht ein : Pinnebergs Musical Company zeigt erstmals ein reines Theaterstück

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die rasante britische Komödie erfordert vor allem Timing und ist Schauspielern generell auf den Leib geschneidert: Der Arbeitsalltag am Theater wird darin kräftig durch den Kakao gezogen und mündet im Chaos.

Pinneberg | Eigentlich ist Pinnebergs Musical Company für Gesang, Tanz und Livemusik bekannt – doch beim neuen Stück gibt es nichts davon. Zum ersten Mal in ihrem 18-jährigen Bestehen haben sich die Amateurspieler an ein reines Theaterstück gemacht, und zwar einen echten Klassiker: „Der nackte Wahnsinn“ (1982, „Noises Off“) von Michael Frayn gehört laut der Company zu den weltweit meistgespielten Stücken. Der Vorverkauf für die Pinneberger Aufführung startet am Sonnabend, 5. August.

Die rasante britische Komödie erfordert vor allem Timing und ist Schauspielern generell auf den Leib geschneidert: Der Arbeitsalltag am Theater wird darin kräftig durch den Kakao gezogen und mündet im Chaos.

Zum Inhalt: Eine Theatercrew will das pornographische Stück „Nackte Tatsachen“ – von dem das tatsächliche Publikum so gut wie nichts zu sehen bekommt – auf die Bühne bringen. Falsche Einsätze, falsche Requisiten, die Generalprobe läuft nicht berauschend und der Regisseur Lloyd Dallas (Maximilian von Arnschink) wird gleich mehrfach zur Verzweiflung getrieben. Einen Monat später liegen die Nerven der sechs Schauspieler (Nikola Frehsee, Jan Schunck, Anna Beier, Arny Oprotkowitz, Mirka Lindow und Kolja Krückmeyer) längst blank. Ihre Intrigen und Streiche hinter den Kulissen bringen nur dummerweise auch das Bühnengeschehen ganz durcheinander. Wer allerdings denkt, es ginge nicht mehr schlimmer, wird eines Besseren belehrt: Zum Ende der Spielzeit gehen die Requisiten sämtlich aus dem Leim und die Mimen könnten sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Zum fulminanten Abschluss müssen sie ihren Text gleich ganz über den Haufen werfen und improvisieren, um die katastrophale Vorstellung noch zu einem Abschluss bringen zu können.

Andreas Hettwer, Pressesprecher der Musical Company, sagt: „Die skurrile Szenerie, die sich stetig steigernde Geschwindigkeit der Ereignisse und die brisanten Dialoge voller Wortwitz stellen einen Frontalangriff auf die Lachmuskeln des Publikums dar.“ Aber „Der nackte Wahnsinn“ lebe auch von den unterschiedlichen Perspektiven, die das Publikum bei dem Stück im Stück zu sehen bekommt. Der erste Akt startet ganz klassisch mit Blick auf die Guckkastenbühne wie man sie aus jedem Theater kennt. Anschließend jedoch kann das Publikum gleichzeitig die Geschehnisse auf sowie hinter der Bühne verfolgen. Fragen, die dabei aufkommen, sind Hettwer zufolge: „Wie fühlen sich Schauspieler während der Generalprobe? Wie motiviert ein Regisseur den Cast, wenn er selbst der Überzeugung ist, dass die morgige Premiere erst nächsten Monat sein sollte? Und was passiert während einer Aufführung hinter der Bühne, wenn persönliche Gefühle wie Liebe und Eifersucht, aber auch Alkoholprobleme im Spiel sind?“ Die Antwort liefert die Musical Company ab Donnerstag, 2. November, wenn das Stück im Cap Polonio, Fahltskamp 48, Premiere feiert.

Es wird acht Aufführungen geben, täglich vom 2. bis 5. sowie vom 5. bis 8. November. Beginn ist jeweils 19.30 Uhr außer am Sonntag, 5. November, an dem die Vorstellung schon um 17 Uhr beginnt. Tickets gibt es ab Sonnabend, 5. August, im Bücherwurm, Dingstätte 24, 04101-23211, oder auf der Website der Muscial Company. Sie kosten zwölf Euro, ermäßigt neun  Euro. Gruppen ab zwölf Personen zahlen zehn Euro pro Ticket. Die Musical Company warnt: Tickets gehen gewöhnlich schnell weg.
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erstellt am 02.Aug.2017 | 12:00 Uhr

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