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„Pinneberger Autoren“ : Pinnebergs literarischer Zirkel

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die „Pinneberger Autoren“, ein Zusammenschluss von Schriftstellern aus der Region, veranstalten Lesungen im Stadtmuseum.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Gefühle, Gedanken und Erlebnisse zu Papier bringen. Emotionen in Worte packen. Keine leichte Aufgabe. Elf Schriftsteller aus Pinneberg und Umgebung versuchen sich gegenseitig zu unterstützen, sich anzuspornen und besser zu machen. Die „Pinneberger Autoren“ treffen sich regelmäßig im Stadtmuseum, um sich gegenseitig aus ihren Werken vorzulesen und diese zu besprechen. Gleichzeitig planen die Autoren dabei Lesungen in der Kreisstadt.

„Angefangen haben wir vor etwa sieben Jahren“, erzählt Joachim Frank. Er ist Mitglied im Verband der Schriftsteller Schleswig-Holsteins und besuchte regelmäßig dessen Literaturtage mit Lesungen. „Ich wollte dann etwas ähnliches in Pinneberg auf die Beine stellen.“ Anfangs trafen sich die Mitglieder in der Drostei, wo sie im Rahmen des Literaturcafés ihre Werke präsentieren konnten. Seit 2011 ist nun das Stadtmuseum ihre Heimat geworden. Bisher stellte die Gruppe drei öffentliche Lesungen auf die Beine: Einmal berichtete Frank von seinen Reisen nach Ecuador, ein anderes Mal war das Thema „Weihnachten“. Kürzlich begleiteten die Schriftsteller dann die Museumsausstellung über den Flugpionier August Nesemann. „Drei weitere Veranstaltungen sind geplant“, erzählt Frank. Zwei davon werden weitere Kooperationen mit dem Stadtmuseum. Die Themen: Magischer Realismus und der Erste Weltkrieg. Außerdem plant Frank erneut eine Reiselesung, dieses Mal über einen Trip auf die Kapverdischen Inseln.

Als „ambitioniertes Hobby“ bezeichnen die meisten Mitglieder die Bedeutung des Schreibens für ihre Leben. „Natürlich träumt man am Anfang von einem Leben als Bestsellerautor“, so Frank. Doch müsse man realistisch bleiben.

Dabei verlegt der pensionierte Lehrer aus Prisdorf seine Bücher immerhin beim Wiesenberg-Verlag. „Lange habe ich nicht daran gedacht, meine Sachen zu veröffentlichen“, so der 61-Jährige. Der Sieg bei einem Literaturwettbewerb ließ ihn dann selbstbewusster werden. Sechs Werke wurden bereits verlegt. „Vor allem Reiseberichte“, so der Weltenbummler. Diese verkauften sich auch gut, da für potenzielle Käufer das besuchte Land wichtiger sei als ein großer Name des Autors.

Die Pinnebergerin Margot Drews verfasst vor allem Kurzgeschichten, oft stark autobiografisch geprägt. „Außerdem arbeite ich mit Menschen in Altenheimen und fertige für sie Biografien an“, erzählt sie. Dazu kommen Lesungen von Märchen oder über die Pinneberger Stadtgeschichte. Dörte El Sarise kommt aus Halstenbek. Die 66-Jährige ist ebenfalls pensionierte Lehrerin. „Ich habe mit Gedichten angefangen.“ Irgendwann habe sie sich aber auf pointierte Prosageschichten verlegt, oft von skurrilen Erlebnissen aus dem Schulalltag inspiriert. Ihre Lyrik schickte El Sarise auch an Verlage, doch der Bescheid war eindeutig. „Mit Gedichten könne man kein Geld verdienen“, erzählt sie lachend.

Die Elmshornerin Traute Schröder schreibt Gedichte und greift außerdem zum Pinsel. Derzeit plant sie eine Ausstellung ihrer Gemälde in Itzehoe, außerdem liest sie ihre Gedichte unter dem Motto „Leise Töne“ mit Musikbegleitung vor. „Damit bin ich schon in Lübeck aufgetreten“, erzählt sie.

Die ausgebildete Journalistin Gisela Moes zog in den 1980er Jahren in den Kreis Pinneberg. Vorher war sie als Redakteurin tätig und arbeitete für verschiedene Theater in Hamburg. In Pinneberg gründete sie die Theatergruppe „Die Knallerbsen“, die im später auch unter dem Namen „Junges Theater Pinneberg“ im Museum auftrat. Moes verfasste selbst Theaterstücke und schrieb Lieder. Bei einem Aachener Verlag erschienen von ihr die Kriegserinnerungen „Wir armen Teufel“ und „Der Taktstock war vergiftet“, eine Sammlung von „schaurigen Geschichten voller Melancholie“, wie sie Moes beschreibt. Im August veröffentlichte sie dann eine handgeschriebene Sammlung der eigenen Lieder unter dem Titel „Streune auch du“.

Weitere Mitglieder der Gruppe sind Klaus Landahl, Jutta Haar, Jens Kraglund, Elisabeth Melzer-Geissler, Johanna Kastendiek und Anje Schicktanz. Gemeinsam haben sie vor allem eins: Die Liebe zum geschriebenen Wort.

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