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Partnerschaf mit Rockville : Pinnebergs kurzer Draht zu den Amis

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Städtepartnerschaft Rockville-Pinneberg ist eine der ältesten Deutschlands. Anstehende Festwoche zum 60. Geburtstag.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 14:00 Uhr

Pinneberg/Rockville | In unserer Serie „Hinter den Kulissen von Pinneberg“ stellen wir in unregelmäßiger Reihenfolge Institutionen, Vereine und Firmen vor und zeigen die Menschen dahinter. Heute dreht sich alles um eine Gesellschaft, die in diesem Jahr 33. Geburtstag feiert und Weltoffenheit ausstrahlt: Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Rockville-Pinneberg (DAGRP).


Seit mehr als zehn Jahren ist Bernd Hinrichs Chef der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft: „Die Gesellschaft wurde gegründet, um die Städtepartnerschaft zwischen Pinneberg und Rockville über das Offizielle hinaus zu beleben.“ Das scheint geglückt, denn häufige Besuche und Gegenbesuche gehören für die Mitglieder dazu, freundschaftliche Kontakte zwischen den Pinnebergern und Amerikanern sind die Basis.

Deshalb schockt Hinrichs auch die anstehende Planung zum 60. Bestehen der Städtepartnerschaft Rockville-Pinneberg nicht, übrigens eine der ältesten Städte-Partnerschaften in Deutschland. „Die Verwaltung der Stadt ist auch dabei. Außerdem hab‘ ich im Vorstand viele Leute, die mithelfen.“ Das ist notwendig, denn am 31. Mai kommen rund 30 Amerikaner in Fuhlsbüttel an, die in Pinneberg für eine Woche lang ein Bett, deutsches Essen, Unterhaltung und ein Rahmenprogramm erwarten. „Unsere Gäste werden alle privat untergebracht. Das Programm steht. Und satt bekommen wir sie auch“, lacht Hinrichs. Erstens ist der Volkswirt, der bis zur Rente als Manager bei Unilever gearbeitet hat, darin trainiert, die Dinge um sich herum zu koordinieren. Und zweitens hat er vor zehn Jahren schon das 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft als Präsident mit ausgerichtet. „Das hat auch geklappt.“ Und drittens ist der 66-Jährige auf Wangerooge aufgewachsen, kann auf eine Bilderbuchkindheit in der Natur zurückblicken, eingebettet in die Inselgemeinschaft. „Das erdet und gibt ein Fundament für‘s Leben“, sagt er.

Hinrichs hat nicht nur durch die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft einen Bezug zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Seine Tochter und ihre Familie leben derzeit in Alabama, ein Cousin ist ausgewandert und in San Francisco sesshaft geworden und im Nachbarland Kanada hat er Freunde. „Eine echte Bereicherung“, sagt er. „An den Amerikanern gefällt mir die positive Haltung zum Scheitern. Wenn etwas nicht klappt, ist es nicht schlimm, man probiert eben etwas Neues.“ Gut findet Hinrichs auch, dass soziales Engagement zum guten Ton gehört und ganz selbstverständlich privat organisiert wird. Und als passionierter Hobbyfotograf findet er in Amerika immer wieder neue Motive: „Ich bin überwältigt von der Natur dort. Gewaltig. Einfach umwerfend.“

Politik spielt bei den deutsch-amerikanischen Treffen eher eine untergeordnete Rolle. „Wir reden über alles. Doch in erster Linie begegnen wir uns privat und freundschaftlich. Aber Trump ist natürlich ein Thema.“ Wie überall in den USA formieren sich auch in Rockville Proteste gegen den neuen Präsidenten. Hinrichs ist seit zehn Jahren CDU-Ratsherr und hat eine klare Haltung: „Amerika hat sich selbst einen Präsidenten gewählt. Jetzt ist es die Aufgabe der Amerikaner, damit klar zu kommen. Ich vertraue auf die Selbstheilungskräfte der Demokratie.“ Und: „Amerika ist in eine globale Wertschöpfungskette eingeflochten. Jeder, der das unterbricht, wird sich schaden“, so der gelernte Volkswirt.

Rockville liegt in identischer Entfernung zu Washington D.C. wie Pinneberg zu Hamburg. Der Ort ist etwas größer als Pinneberg. „Dort sind moderne Firmen beheimatet, alles ist großflächiger, amerikanischer. Und die Stadt hat ein gutes finanzielles Polster.“ Zukünftig möchte sich Hinrichs wieder für mehr privat organisierte Schüleraustausche einsetzen. „Das ist ein wenig ins Hintertreffen geraten, weil Deutsch als Fremdsprache in Rockville kaum noch eine Rolle spielt. Die Schüler lernen Spanisch und Mandarin.“ Wer Lust hat, sich bei der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft zu engagieren, ist willkommen. Hinrichs: „Wir haben momentan 165 Mitglieder. Fast alle kommen aus Pinneberg.“

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