Hiobsbotschaft : Pinneberger Westumgehung wird 2018 nicht fertig

<p>Die neue Pinnaubrücke der Pinneberger Westumgehung ist bereits fertig.</p>

Die neue Pinnaubrücke der Pinneberger Westumgehung ist bereits fertig.

Lediglich der Bauabschnitt in Pinneberg-Nord soll dieses Jahr freigegeben werden.

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04. Juli 2018, 14:54 Uhr

Es hat sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet: Die Fertigstellung der Pinneberger Westumgehung verzögert sich. Ende 2018 wird nur der nördliche Teil der Umgehungsstraße von der Autobahnausfahrt Pinneberg-Nord bis zur Prisdorfer Straße freigegeben. Darüber informierte Diplom-Ingenieur Karsten Lübke vom Büro Inros Lackner die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung am Dienstagabend. „Die Bauzeit verlängert sich bis August 2019“, sagte er. Dann soll der zweite Abschnitt mit der Anbindung an den Westring fertiggestellt werden.

Es gibt viele Gründe, die zu der Verzögerung geführt haben: Dazu gehören ein vermehrter Bodenaustausch sowie die Entsorgung belasteter und damit als gefährlich eingestufter Abfälle in der Prisdorfer Straße. „Wir haben viel belasteten Boden gefunden“, so Lübke.

Außerdem mussten Drainagen in die Fahrbahn und den Radweg verlegt werden, um diese zu entwässern. Des Weiteren gab es Auflagen der Deutschen Bahn und zu guter Letzt führten auch Witterungseinflüsse wie Frost und starke Niederschläge zu den baulichen Verzögerungen. „Es war ein ziemlich langer Winter“, so Lübke.

Grüne empören sich über Kostensteigerung

Der Verzug wird die Kosten für die Umgehungsstraße womöglich in die Höhe schießen lassen. Lübke prognostiziert einen Anstieg von 32,3  auf 35,5 Millionen Euro. „Das ist konservativ geschätzt“, sagte Bauamtsleiter Klaus Stieghorst. Bislang beliefen sich die Kosten auf 28,9 Millionen Euro – sechs Millionen Euro mehr als 2011 veranschlagt. Abgerechnet werde erst am Ende. Auch der Fördermittelzeitraum liefe bis 2019. „Wir haben ein Jahr Zeit, um abzurechnen“, so Stieghorst.

Die Fraktion Grüne und Unabhängige war die einzige, die sich über die prognostizierte Kostensteigerung empörte: „3,2 Millionen Euro zu einer schwarzen Null zu erklären, ist unverschämt“, sagte Joachim Dreher (Grüne und Unabhängige). In die Augen der ehrenamtlichen Politiker werde Sand gestreut. „Die Kosten werden wir tragen müssen“, so Fraktionskollege Manfred Stache. Er befürchtet, dass weitere Investitionen für Schulen verweigert würden.

Der Radweg Jappopweg, der Bebauungsplan für das Mühlenauquartier und die Buslinie 594 ins Gewerbegebeit waren weitere Themen des Ausschusses für Stadtentwicklung.

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