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Mehr als 100 Taten : Pinneberger wegen Kindesmissbrauch vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Prozessbeginn: Der Angeklagte aus Pinneberg soll sich an einer Siebenjährigen vergangen haben.

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2017 | 10:00 Uhr

Itzehoe | Am Landgericht Itzehoe hat gestern der Prozess gegen einen Mann aus Pinneberg begonnen, der sich in mehr als 100 Fällen an einem  etwa sieben Jahre alten Mädchen vergangen haben soll. Die Taten liegen bereits Jahre zurück. Laut Anklage hat der 57-Jährige das Kind zwischen 1997 und 2000 sexuell missbraucht.

Der Pinneberger war ein Freund der Familie. Er ist mit seinem Opfer nicht verwandt. Wie Staatsanwalt Thorsten Schwarzer vortrug, hatte sich der Angeklagte bei Besuchen im Kinderzimmer der Wedeler Wohnung zu dem Mädchen ins Bett gelegt. Dabei soll er ihr in den Schritt gegriffen haben. Bei anderen Taten soll er das Kind aufgefordert haben, sich selbst anzufassen und sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Laut Schwarz wurde das Mädchen auch dazu gedrängt, in der Badewanne das Geschlechtsteil des Täters anzufassen. Bei mindestens einem Übergriff soll er auch eine Kamera dabeigehabt haben.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Weil das heute 27 Jahre alte Opfer des Missbrauchs an den Tattagen noch ein Kind war, ist die Jugendkammer am Landgericht zuständig. Vorsitzende Richterin ist Isabel Hildebrandt. Sie schloss nach Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit aus. Dies ist möglich, wenn Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich von Prozessbeteiligten und Zeugen zur Sprache kommen, deren öffentliche Erörterung schutzwürdige Interessen verletzen würde. Dies gilt insbesondere für Kinder und Personen, die zur Tatzeit Kind waren.

Die Verhandlung wurde nach Befragung der heute 27-Jährigen unterbrochen. Sie wird in knapp zwei Wochen fortgesetzt. Dann soll eine Psychologin als Sachverständige aussagen. Kindesmissbrauch wird im Falle eines Schuldspruchs mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft. Bei mehreren Taten werden die Strafen nicht addiert: Es gibt eine Gesamtstrafe.

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