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Das Sonntagsgespräch : „Pinneberger Vereine müssen Kräfte bündeln“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sportfreunde-Chef Bernd Röding wünscht sich mehr Kooperation. Kritik übt er an der Stadt.

shz.de von
erstellt am 30.Jul.2017 | 15:00 Uhr

Pinneberg | Bernd Röding ist Vorsitzender der Sportfreunde Pinneberg. Im Sonntagsgespräch erklärt Röding unter anderem, warum er sich wünscht, dass die Pinneberger Fußballer ihre Kräfte bündeln.

Wie sieht Ihre Arbeit als Vorsitzender der Sportfreunde Pinneberg aus?
Ich kümmere mich schon um die Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 75-jährigen Vereinsbestehen, die 2020 anstehen. Außerdem bin ich als Jugendkoordinator für den Nachwuchs zuständig und unterstütze die Trainer und Betreuer. Da ich nach der Jubiläumsfeier mein Amt abgeben werde, bereite ich zudem meine Nachfolger darauf vor, in meine Fußstapfen zu treten. Ich habe das Glück, auf ein funktionierendes Team zurückgreifen zu können, das mir viel Arbeit abnimmt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

Was zeichnet die Sportfreunde aus?
Wir sind ein reiner Fußballverein und waren nie ein Verein der reichen Leute. Um die sozial Schwachen haben wir uns schon immer gekümmert. Früher hätte man uns vielleicht als Arbeiterverein bezeichnet. Das Klischee trifft immer noch irgendwie zu, auch wenn die meisten Mitglieder inzwischen Angestellte sind. Jeder kämpft für die Sportfreunde. Die Verbundenheit ist selbst bei denen, die nicht mehr auf dem Platz stehen, weiterhin da. Deswegen haben wir auch eine Alte-Herren-Mannschaft gemeldet, damit sich die Ehemaligen regelmäßig treffen und gemeinsam kicken können.

Bernd Röding (69) ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Röding wohnt in Pinneberg, ist selbstständig und hat eine eigene EDV-Firma.

Mit was für Problemen hat der Verein zu kämpfen?
Die Mitgliederzahlen bereiten uns Sorgen. Derzeit sind es etwa 140. Unser Problem ist, dass unser Vereinsgelände gerade für Kinder und Jugendliche nur schwer zu erreichen ist. Bisher konnten wir diesen Nachteil relativ gut auffangen und sind zum Beispiel gerade in der G-Jugend enorm stark. Unsere Nachwuchsarbeit ist gut. Schade ist nur, dass Talente schnell abgeworben werden. So hat uns beispielsweise der komplette 2005er-Jahrgang verlassen. Gegen so einen Aderlass wollen wir uns besser wappnen.

Wie soll das gelingen?
Wir erarbeiten ein Konzept, mit dem wir Sponsoren für unsere Jugend begeistern wollen. Unser Ziel muss sein, dass gerade die jungen Spieler bei uns bleiben. Eigentlich haben sie auch keinen Grund zum Wechseln. Schließlich stellen wir von den Trikots bis zu Bällen alles zur Verfügung.

In Pinneberg stehen vor allem die großen Vereine VfL, SC Pinneberg und der SuS Waldenau im Fokus. Stört Sie das?
Nein. Wir haben als reiner Fußballverein in Pinneberg-Nord unsere Nische gefunden, konzentrieren uns vor allem auf die Jugendarbeit und bieten den Kindern auch außerhalb des Sports einiges. Das Verhältnis zu den anderen Vereinen ist gut. Schließlich bilden wir mit dem VfL sogar Spielgemeinschaften. Das reicht aber nicht aus. Die Pinneberger Vereine müssen aus meiner Sicht die Kräfte bündeln und enger zusammenarbeiten. Eine Spielgemeinschaft aller Vereine wäre ideal. Sonst sind wir gerade im Vergleich zu den Hamburger Klubs nicht konkurrenzfähig und haben keine Chance, unsere größten Talente zu halten. Es bringt nichts, wenn die Pinneberger Vereine untereinander konkurrieren und einfach nur nebeneinander herlaufen.

Mehrere Pinneberger Vereine klagen über die mangelnde Unterstützung der Stadt. Sind Sie ebenfalls unzufrieden?
Ja. Pinneberg ist alles andere als vereinsfreundlich. Meiner Meinung nach versteckt sich die Stadt häufig hinter Paragraphen und verhindert, dass öffentliche Räume genutzt werden. So steht der große Gemeinschaftsraum an der Müßentwiete nicht mehr für Vereinsfeiern zur Verfügung. Ärgerlich ist auch, dass wir unser Büro nicht mehr alleine für uns haben. Das ist ein Unding. Genauso die Hallen-Gebühren in Höhe von 1200 Euro, die wir vor zwei Jahren zahlen mussten, als wir ein Turnier ausrichteten. Da wir durch Eintrittsgelder nur 400 Euro einnahmen, blieben wir auf dem Minus sitzen.

Was bereitet Ihnen besondere Freude an Ihrer Arbeit?
Wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung die Jugendlichen Fußball spielen, weiß ich, dass sich mein Engagement lohnt. Auch der enorme Einsatz aller Ehrenamtlichen ist toll. Ich finde es bemerkenswert, wie sie für den Verein einstehen. Ich selbst bin mit den Sportfreunden aufgewachsen. Mein Vater war einer der Gründer und Vorsitzender. Meine Mutter arbeitete als Schriftführerin im Vorstand mit.

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