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Aus für Eis-Sturm : Pinneberger trauern um ihre Eisdiele

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Weil der Mietvertrag gekündigt worden ist, muss Pinnebergs beliebte Eisdiele schließen.

Pinneberg | Sonne, Temperaturen über 30 Grad und Eis – das gehört einfach zusammen. Doch der Sommer ist verregnet. Für Frank Schumacher und Jaquelin Sarma von der Eisdiele Eis-Sturm begann die Schlechtwetter-Lage bereits im Januar. Ihr Mietvertrag wurde gekündigt. Pinnebergs beliebte Eisdiele muss schließen. Die Abrissbagger sollen am 1. August am Thesdorfer Weg 7/Ecke Blauer Kamp rollen. „Wir schließen ein gut funktionierendes und beliebtes Geschäft“, sagt Eisverkäufer Schumacher. Liebhaber der gefrorenen Süßspeise seien aus dem gesamten Umkreis, ja sogar aus Hamburg nach Pinneberg gekommen. Doch damit ist es nun vorbei.

Inhaberin Sarma will eigentlich nicht raus, aber sie muss. Der Eigentümer hat sich entschlossen, sein Haus mit dem zugehörigem Areal zu verkaufen. Ein Immobilienunternehmen aus Elmshorn hat die Fläche gekauft und wird die Garagen, in denen „Eis-Sturm“ seit sechs Jahren beheimatet ist, sowie das Haus daneben abreißen. „Die Stadtvilla von 1907 ist erst vor etwa zehn Jahren saniert und renoviert worden, vor sechs Jahren hat sich das anschließende Eiscafé etabliert, mit großem Anklang bei den hiesigen Bürgern“, sagt Astrid Budszus, eine Pinnebergerin, die die Entwicklung auf dem Areal als „Schande“ bezeichnet. Laut Auskunft der Eisdielenbetreiber hat der Vermieter die zu seinem Grundstück gehörenden Garagen nicht saniert. „Er wollte hier kein Geld investieren“, bedauert Geschäftsinhaberin Jaqueline Sarma. Das Eisgeschäft befindet sich in einer der zum Grundstück gehörigen Garagen. „Auf der umgebauten Garage befindet sich Asbest-Zement. Die Umbauten würden insofern sehr teuer werden.“ Die Gesamtkosten belaufen sich laut Informationen von Sarma allein für die Sanierung des Dachs auf etwa 40.000 Euro. „Wir hatten damals angeboten, die Kosten mitzutragen, indem wir bei der Sanierung mit anpacken“, berichtet Sarma. Der Vermieter lehnte das Angebot allerdings ab.

Die Kündigung erhielt das Familienunternehmen im Januar. Das sei für das Unternehmen „katastrophal“ gewesen. Denn während des Sommers müsse so viel Geld verdient werden, „dass man über den Winter kommt“. Die Unternehmerin hätte sich gewünscht, dass die Kündigung frühzeitiger und nicht vor der Hauptsaison erfolgt. Anwohner und Kunden zeigen sich entsetzt über die Schließung. „Hier wurde so viel Herzblut reingesteckt. Es ist so schade, dass der Laden schließt“, bedauert Kundin Karin Friedrich. Das Eis habe die gesamte Familie genossen. Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg hatte sich bereits eingesetzt, um Räume zu vermitteln. Bislang vergeblich. Auch Wirtschaftsförderer Stefan Krapp möchte laut eigenen Angaben helfen, neue Geschäftsräume zu finden. Das Team von Eis-Sturm gibt nicht auf.

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erstellt am 25.Jul.2017 | 14:00 Uhr

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