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Aufbau in Appen : Wenn Duschen zum Geräteraum werden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rund 200 Helfer bereiten mit viel Kreativität und noch mehr Einsatz alles für „Appen musiziert“ vor. Eine Reportage von der Sportanlage.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 22:15 Uhr

Appen | Appen Von der durchschnittlichen Sporthalle zum Veranstaltungsort der größten ehrenamtlichen Feuerwehr-Benefizveranstaltung Deutschlands in drei Tagen: „Das funktioniert nur, wenn alles harmoniert“, sagt Uwe Pauls. Er ist einer von etwa 200 Helfern, die seit Mittwoch im Einsatz sind, um die Distelkamphalle für „Appen musiziert“ herzurichten. Eigentlich ist Pauls Friedhofsgärtner in Appen. In den vergangenen Tagen nahm er sich frei – aber nicht, um die Füße hochzulegen. Ganz im Gegenteil. Er nutzt die Freizeit, um in der Distelkamphalle kräftig mit anzupacken.

Nur ein Beispiel für den enormen Einsatz, mit dem Appen seinen großen Tag vorbereitet. Feuerwehren aus mehreren Orten, Bundeswehrsoldaten, Mitglieder der Vereine und ganz normale Bürger – alle sind dabei, um die Distelkamphalle galatauglich zu machen. „Nur dank des enormen Einsatzes der vielen Helfer genießt die Veranstaltung so eine große Wertschätzung“, lobt Organisator Rolf Heidenberger. Der hält sich inmitten des Trubels eher zurück. „Das funktioniert hier auch ohne meine Anweisungen.“ Schließlich haben sich die Helfer bereits vor einigen Wochen in der Feuerwehrwache getroffen, um den Ablauf zu besprechen und die Aufgaben zu verteilen.

Zu denen, die im Dauerstress sind, gehören die Mitarbeiter des Appener Bauhofs. Bereits am Mittwoch haben sie mit der Arbeit in der Distelkamphalle begonnen. Bühne errichten, Getränke in die Garagen transportieren, Banner anbringen, Backstageraum herrichten, Stühle in die Halle tragen, Umkleidekabinen für die Künstler herrichten  –  es gibt einiges zu tun. Damit „Appen musiziert“ stattfinden kann, ist Kreativität gefragt. So werden beispielsweise vom Ball bis zum Trampolin alle Sportgeräte in die Duschräume gebracht. So ist Platz, um die Geräteräume in den Backstagebereich umzuwandeln. Die Umkleidekabinen, in denen sich sonst die Appener Schulkinder umziehen, gehören für einen Abend Boney M., Marquess & Co. Sie bereiten sich praktisch direkt hinter dem Publikum auf ihren Auftritt vor. Damit kein Zuschauer reinplatzt, werden die Kabinen abgeschlossen. „Ein Außenstehender kann sich vermutlich kaum vorstellen, wie viel Arbeit alle Helfer investieren“, sagt Bauhofmitarbeiter Victor Gerner.

Die heiße Phase hat am Freitag begonnen. So wurden unter anderem die Essens- und Getränkestände vor der Halle aufgebaut. Dazu rückte die Firma GrandPA Beschallungstechnik gleich mit zwei Lastkraftwagen und fünf Technikern sowie einer Praktikantin an. Lautsprecher, Bühnenmonitoring, Lichtanlage, Lautsprecher, Mischpulte – das GrandPA-Team sorgt für den optimalen Klang und festliches Licht. Die Halle wird am Veranstaltungsabend mit 24.000 Watt beleuchtet. Dazu sind in der gesamten Halle etwa 50 Lautsprecher und  20 Verstärker platziert. „Die Halle hat einen gewissen Nachhall“, erklärt Systemtechniker Mladen Lojen und ruft zur Bestätigung einmal laut. Tatsächlich. Das Nachhallen ist nicht zu überhören. Die Besucher werden allerdings dank moderner Technik wenig bis gar nichts davon merken.

 Zur Mittagszeit rücken dann auch die ersten Soldaten aus der Appener Marseille-Kaserne an. Sie stellen unter anderem die Stühle auf, die diesmal erstmals zum Teil nummeriert sind. Auch die Dana-Senioreneinrichtung ist mit von der Partie. Sie versorgt die Helfer mit Brötchen und Kaffee und hat dafür eigens einen Lieferservice eingerichtet. So bleibt auch mal Zeit für eine kleine Stärkung und einen kleinen Plausch. Trotz Stress: Die Laune ist bei allen Helfern hervorragend. Mit einem Lächeln auf den Lippen wird die Arbeit erledigt. „Es bringt einfach allen Spaß“, sagt Pauls. „So etwas ist wohl nur in einem so herzlichen Ort wie Appen möglich“, lobt Heidenberger. Bis zum Freitagabend war die Hauptarbeit erledigt, so dass am Sonnabend nur noch der Feinschliff nötig war und der Soundcheck mit den Künstlern ohne Hektik abläuft.  Für „Appen musiziert“ wird übrigens auch gerne auf etwas Schlaf verzichtet. Mit dem Ende der Auftritte und des Feuerwerks neben der Halle ist für die engagierten Helfer nämlich noch lange nicht Schluss. Noch in der Nacht beginnt der Abbau. So ist beispielsweise Bauhofmitarbeiter Gerner am Veranstaltungstag vom frühen Morgen bis tief in die Nacht im Einsatz. Nur für eine Stunde Mittagsschlaf geht er kurz nach Hause. Gerner schätzt, dass um 4 Uhr morgens Feierabend ist. „Der Letzte knipst das Licht aus“, sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Das werde vermutlich ich sein.“

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