Tierschutz : Pinneberger retten 1288 Kröten

Ohne die Hilfe engagierter Retter wären viele Kröten dem Straßenverkehr ausgeliefert.
1 von 2
Ohne die Hilfe engagierter Retter wären viele Kröten dem Straßenverkehr ausgeliefert.

Der Zaun am Hogenkamp zeigt Wirkung. Naturschützer befürchten negative Folgen durch die Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes.

shz.de von
18. Juni 2014, 12:15 Uhr

Pinneberg | Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In dieser Saison haben die ehrenamtlichen Krötenretter in Pinneberg 1288 Tiere gerettet. Retten heißt in diesem Fall, dass die Tierschützer die Amphibien über die Straße getragen haben. Der Zaun am städtischen Friedhof in Pinneberg, entlang der Straße „Hogenkamp“, wird unterbrochen von Löchern mit Eimern. Die Tiere plumpsen auf dem Weg zu ihrem Geburtsteich hinein und werden einmal am Tag rübergetragen.

Die Kröten fühlen sich in dem Areal sehr wohl und pflanzen sich offensichtlich ebenso erfolgreich fort. Angefangen habe man vor 17 Jahren mit drei Kröten, sagt Rainer Reischuck, der Chef der Gruppe. Seitdem finden sich während der Saison immer genügend Helfer, die täglich bei dem Transport der Tiere helfen. Auch Kinder helfen mit, die Kröten zu schützen. Jedes Jahr muss ein neuer Zaun errichtet werden, um „Verkehrsopfer“ zu verhindern.

Die Tiere sind sehr bedroht, sagt Reischuck, der den Zaun einst initiierte. Der Naturschützer will durch die Rettungsaktion auch aufklären und auf die Situation der Amphibien aufmerksam machen. Die Erdkrötenbestände werden besonders durch die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen in ganz Europa bedroht. Bei ihren Wanderungen kommen viele durch Autos um. Andere fallen in ungesicherte Kellerschächte und verhungern oder vertrocknen dort. Oder auch Gullys können für die Tiere zur tückischen Falle werden.

Sorgen bereitet Reischuck die Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes in der Nähe. Die Stadt hatte im Februar durch den Verkauf an einen Investor den Weg für einen neuen Stadtteil auf dem Gelände der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne freigemacht. „Ich gehe davon aus, dass die Population dadurch zurückgeht“, ist sich der Krötenhelfer sicher. Er hofft aber, dass durch notwendige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vielleicht Geld für einen Tunnel unter der Straße da sein wird.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen