Ordnungsgeld droht : Pinneberger Parkpalette gammelt vor sich hin

Reinhard Matthies (vorn) und Herbert Hoffmann von der SPD kritisieren, dass die Tiefgarage und die hintere Parkfläche nicht wieder in Ordnung gebracht werden.
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Reinhard Matthies (vorn) und Herbert Hoffmann von der SPD kritisieren, dass die Tiefgarage und die hintere Parkfläche nicht wieder in Ordnung gebracht werden.

Reinhard Matthies (SPD) macht Druck: Die Anlage soll Anwohnern wieder zur Verfügung stehen.

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01. Februar 2018, 12:15 Uhr

Pinneberg | Ein grau verhangener Regentag: Reinhard Matthies (SPD) hat zum Pressetermin eingeladen. Ort: der Pinnaudamm 2 in Pinneberg. Es ist sein Wahlkreis. Hier geht der Sozialdemokrat im Zuge der Kommunalwahl am 6. Mai auf Stimmenfang. „Hier ist nie etwas los. Ein ruhiger Wahlkreis“, sagt Matthies. Doch nicht alles ist in Ordnung. Wir stehen zusammen mit SPD-Pressesprecher Herbert Hoffmann vor einer heruntergekommenen Parkpalette samt Tiefgarage. Gras wächst durch den maroden Asphalt. Die Anlage gammelt vor sich hin – zum Ärger der SPD und der Anwohner eines Hochhauses.

„Passiert hier endlich etwas?, fragt Evelyn Pagels, eine Bürgerin, die zufällig vorbeikommt. Sie wohnt in einem der anderen Hochhäuser am Pinnaudamm. „Seit 2014/2015 stehen die Parkmöglichkeiten nicht mehr zur Verfügung“, sagt Matthies. 74 Stellflächen an der Zahl. Der Genosse macht jetzt Druck: Die Anlage soll den Anwohnern des Hochhauses wieder zur Verfügung stehen. Sie hätten schließlich ein Recht darauf. Es herrscht Parkplatznot – besonders an den Wochenenden. „Ich will es in die Öffentlichkeit bringen“, sagt er – und holt aus.

Die Vorgeschichte ist nicht ohne: Im November 2015 stellte der Eigentümer oder die Eigentümerin den Antrag, auf der Parkpalette ein Haus mit acht Vollgeschossen bauen zu dürfen. „Die Verwaltung hat das befürwortet. Der Ausschuss Stadtentwicklung lehnte aber die notwendige Bebauungsplanänderung ab“, informiert Matthies. Nicht ohne Grund: „Man hätte den Bewohnern des Hochhauses das Gebäude vor die Nase gesetzt“, so Matthies. Die baufälligen Parkanlagen wurden aber nicht wiederhergestellt. „Ich habe dann im Sommer 2016 bei der Verwaltung angemahnt, hier tätig zu werden“, so Matthies. Dort habe man ihm mitgeteilt, der Investor wolle ein neues Projekt vorstellen. Doch es kam nichts. „Endlich im Herbst 2016 erließ die Verwaltung eine Ordnungsverfügung mit Androhung von Ordnungsgeld“, so Matthies – mit der der Eigentümer aufgefordert wurde, Parkhaus und Parkpalette bis Ende 2017 wiederherzustellen. Der Eigentümer oder die Eigentümerin legte Widerspruch ein. Dieser wurde abgelehnt.

„Nun klagt der Eigentümer gegen den Bescheid vor dem Verwaltungsgericht“, weiß Matthies. Eine Entscheidung gebe es noch nicht. „Der Investor spielt auf Zeit“, vermutet der SPD-Ratsherr. Wer der Eigentümer ist, wissen die beiden Pinneberger Sozialdemokraten nicht. „Das ist mir auch egal“, sagt Matthies. Er hofft, dass jetzt endlich Bewegung in die Angelegenheit kommt. Von der Stadt gab es gestern keine Stellungnahme zu dem Fall.

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