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Amazon : Pinneberger macht mit „Alexa“ Schluss

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine Fehlfunktion im Smart Home-Gerät von Amazon sorgt für einen teuren Polizeieinsatz. Jetzt hofft der Eigner Oliver Haberstroh auf eine Entschädigung vom Hersteller — bisher vergebens.

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erstellt am 06.Nov.2017 | 19:50 Uhr

Pinneberg/Kiel | Diese Partynacht wird Oliver Haberstroh sein ganzes Leben nicht vergessen. Der 29-jährige Pinneberger und seine „Alexa“ sind über Nacht berühmt geworden. Allerdings gehen beide in Zukunft getrennte Wege. Denn während Haberstroh in der Nacht zu Sonnabend auf der Hamburger Reeperbahn und im Schanzenviertel feierte, spielte der Sprachassistent von Amazon zu Hause verrückt und löste einen Polizeieinsatz aus. Das Gerät soll mitten in der Nacht selbstständig laute Musik abgespielt haben, woraufhin Nachbarn die Polizei alarmierten. Diese ließ die Wohnungstür öffnen und stellte den Lautsprecher ab. Haberstroh wurde von dem Schlamassel überrascht, als er gegen 6 Uhr nach Hause kam. An der Haustür im sechsten Stockwerk des Mehrfamilienhauses klebte ein Gruß von der Polizei.

Der Pinneberger ist schwer enttäuscht von Amazon. Gar nicht mal so sehr, weil das Gerät eine Fehlfunktion hatte. Sondern über den Umgang mit ihm als Kunden. „Das Telefon-Callcenter hat mich mit Standardfloskeln abgefertigt und versprochen, dass sich schnell jemand mit mir in Verbindung setzt“, berichtete Haberstroh am Montag im Gespräch mit dem shz. Das sei bislang nicht passiert. Damit widersprach der 29-Jährige auch der knappen Stellungnahme des Unternehmens auf eine Anfrage des shz. Darin hieß es am Montagnachmittag, Amazon würde mit dem Kunden in Kontakt stehen. Der Pinneberger hofft, dass ihm das Unternehmen zumindest den Schaden ersetzt, der durch die Türöffnung entstanden ist. Er rechnet mit Kosten von mehreren hundert Euro für den nächtlichen Einsatz.

 

Das Gerät ließe sich zwar per Smartphone auch von unterwegs steuern. Haberstroh schließt das aber aus. „Das Handy war gesperrt in meiner Hosentasche. Ich habe auch noch einmal nachgeprüft – auch versehentlich habe ich ‚Alexa‘ nicht aktiviert“, so der Pinneberger. Er habe es zuletzt gegen 19 Uhr vor dem Weggehen genutzt.

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Das Gerät hat er jetzt erst einmal vom Strom genommen. Ob er „Alexa“ nach dem Malheur noch eine Chance gibt, ist unklar. „Wenn, dann werde ich sie auf jeden Fall immer vom Strom nehmen, wenn ich das Haus verlasse“, berichtet Haberstroh. Der ganze Vorgang kommt dem 29-Jährigen etwas „spooky“ vor: „Ich habe mir bislang keine Gedanken um Smarthome-Geräte gemacht. Aber das ist schon merkwürdig. Ich werde in Zukunft skeptischer sein.“

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