Schriftsteller in Schleswig-Holstein : Pinneberger Literaturtage mit Besucherflaute

Für die Preisträger des Publikumspreises gab es eine Baumschul-Pflanze. Dazu gehörten: Irmela Mukurarinda, Herbert Kummetz, Kim Rylee, Jutta Haar, Reinhard Großmann und Renate Folkers.
Für die Preisträger des Publikumspreises gab es eine Baumschul-Pflanze. Dazu gehörten: Irmela Mukurarinda, Herbert Kummetz, Kim Rylee, Jutta Haar, Reinhard Großmann und Renate Folkers.

Sechs Gewinner erhielten Publikumspreise während der Pinneberger Literaturtage. Lediglich 20 Besucher in der Drostei.

shz.de von
23. April 2018, 12:30 Uhr

Pinneberg | „Ein Raum ohne Bücher ist wie eine Seele ohne Fenster“: Mit diesem Zitat von Cicero hat Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk die Literaturtage in der Pinneberger Drostei eröffnet. Drei Tage lang präsentierten sich Autoren wie Matthias Stührwoldt, aber auch Schüler mit ihren von Lyrik bis hin zu Krimi und Fantasy reichenden Texten. Der Verband der Schriftsteller in Schleswig-Holstein hatte eingeladen.

Sommerwetter kontraproduktiv

„Es ist großartig, dass es hier derartige Veranstaltungen gibt“, bilanzierte Monika Frömming vom Organisationsteam. Auch wenn zahlreiche Besucher ausgeblieben seien, wüssten viele Pinneberger das kulturelle Angebot in der Stadt zu schätzen. Das Sommerwetter hatte sich nach Ansicht von Veranstaltern eher kontraproduktiv ausgewirkt. Racca-Boenigk erinnerte im Zuge der „Literarischen Leckerbissen“ daran, dass Pinneberg im Kontext der Literatur eine Rolle spielt. Die Hauptfigur in Hans Falladas Roman „Kleiner Mann was nun?“ trägt den Namen Johannes Pinneberg. Das Werk beschäftigt sich mit den Zuständen in der Weimarer Republik sowie den Ursachen für die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Bei der Publikumspreis-Vergabe kürten Franz Kratochwill, Vorsitzender des Schriftstellerverbands, und Autor Johannes Frank sechs Schriftsteller zu den Siegern. Das lag daran, dass sich zu der Veranstaltung lediglich 20 Besucher einfanden. Sie durften sich die 300 Euro aufteilen.

Knisternde Atmosphäre

Autorin Jutta Haar freute sich, mit „offenen Armen“ empfangen worden zu sein. Mit ihren Geschichten verbreiteten die Autoren eine knisternde Atmosphäre. Irmela Mukurarinda punktete mit einer nordfriesischen Krimi-Erzählung voller schwarzem Humor.

Der angehende Musikstudent Paul Schmidt untermalte die Lesungen mit Stücken wie „Fix You“ von Coldplay. Das Matinee „Flaschenpost in die Zukunft“ in der Johannes-Brahms-Schule bildete den Abschluss der Literaturtage. Elf Siebt- und Achtklässler hatten teilgenommen. „Die Qualität der Beiträge war unterschiedlich“, erläuterte Kratochwill. Die drei Preisträger Maria Guk, Saumya Vanjape und Magdalena Treumann hätten überzeugt, bei den anderen bestünde Entwicklungspotenzial.

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