CDU-Grünkohlessen : Pinneberger Jugendwehr erhält Sozialpreis

Tobias Loose (CDU, links) übergab den Sozialpreis der CDU an Nicole Nieber und Justin Schöning von der Jugendfeuerwehr.
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Tobias Loose (CDU, links) übergab den Sozialpreis der CDU an Nicole Nieber und Justin Schöning von der Jugendfeuerwehr.

Pinneberger Ortsverband der CDU würdigt die Arbeit der Nachwuchsbrandschützer.

shz.de von
12. Februar 2018, 16:30 Uhr

Pinneberg | Der Gast aus Kiel hatte geredet, der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende das Büfett eröffnet – und da standen sie nun, die 60 Gäste des CDU-Grünkohlessens. Die in den vorderen Reihen konnten die Wärmebehälter auf dem langen Tisch zwar sehen, aber das nützte ihnen auch nichts: Sie waren leer. Grünkohl, Kartoffeln, Würste und Kassler waren zwar schon unterwegs aus der Küche ein Stockwerk tiefer, aber wer hungrig aufs Essen wartet, dem kommen auch wenige Minuten lange vor.

Es hakte auch später noch mit dem Nachschub, aber irgendwann saßen doch alle vor vollen Tellern. Das Grünkohlessen am Jahresanfang ist eine Tradition des CDU-Stadtverbands Pinneberg. Zum zweiten Mal hatte die Partei dafür in die Landdrostei eingeladen. Als Gastgeber führte Jürgen Brandt durch den Abend, seit Kurzem stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbands. Die Vorsitzende, Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk, war im Urlaub; aber Bürgermeisterin Urte Steinberg war in der Drostei dabei.

Höhepunkt des Abends, auch das hat Tradition: Die CDU Pinneberg verlieh ihren Sozialpreis. Empfänger war in diesem Jahr die Jugendfeuerwehr der Stadt. „Die haben sich über einen längeren Zeitraum dafür empfohlen“, begründete Brandt die Auswahl der Preisträger.

„Es ist nicht bekannt, dass wir schon mal so einen Preis bekommen hätten“, sagte Jugendwartin Nicole Nieber erfreut. Gemeinsam mit Justin Schöning aus dem Vorstand der Jugendfeuerwehr nahm sie den symbolischen Scheck über 500 Euro entgegen. Nieber betonte die Bedeutung der schon 53 Jahre alten Pinneberger Jugendwehr: „70 bis 75 Prozent der Aktiven in der Feuerwehr kommen aus der Jugendwehr“. Die rund 100 aktiven Feuerwehrleute leisteten im vergangenen Jahr 445 Einsätze.

Ebenfalls fester Punkt beim Grünkohlessen: Ein prominenter Gast aus Bundes- oder Landespolitik. In diesem Jahr kam der Landtagsabgeordnete Tobias Loose aus Kiel nach Pinneberg. Loose, bildungs- und kirchenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und Landesvorsitzender der JU, lobte vor allem die Schulpolitik in Schleswig-Holstein, die nach mehr als 30 Jahren wieder von einem CDU-Mitglied als Minister geführt werde: „Das verändert Schulpolitik schon.“ G 9, Schulartenempfehlungen und Noten für Grundschüler und Sanierungsmittel nannte Loose als CDU-Erfolge. Bei der schnellen Abschaffung der Pflicht für Gemeinden, Straßenausbaubeiträge zu erheben, räumte Loose ein, dass diese Maßnahme „vielleicht auch ein bisschen“ dazu diene, der CDU bei der anstehenden Kommunalwahl Rückenwind zu verschaffen.

Den Ball griff Florian Kirsch gleich auf. Kirsch ist seit September Vorsitzender der CDU-Fraktion im Pinneberger Rathaus und will die Straßenausbaubeiträge in der Stadt abschaffen. Das werde Pinneberg rund 450 000 Euro pro Jahr kosten, erläuterte Kirsch. Während Loose (33) in einem Exkurs bei der Bundespolitik landete und feststellte: „Wir müssen uns schon Gedanken machen, ob Politiker in Berlin anständig miteinander umgehen“, berichtete der 30-jährige Kirsch aus der Kommunalpolitik. Er hatte nachmittags die Anlage der Lebenshilfe besichtigt und darüber gestaunt, wie groß diese sei und wie intensiv sie genutzt werde: „Das sollten sich die Grünen mal ansehen“, sagte Kirsch mit Blick auf den Vorschlag der Partei, die Lebenshilfe umziehen zu lassen, um deren Gelände in Autobahnnähe anders zu nutzen.

Über den frisch ausgehandelten Koalitionsvertrag urteilte Loose. Er enthalte „viele Elemente, die Deutschland nach vorne bringen“ und nannte vor allem die Digitalisierung. Die Einigung mit der SPD sei „die letzte Möglichkeit“ gewesen vor Neuwahlen, bei denen Loose Gewinne für die AfD fürchtete. Der Kieler rechnete allerdings nicht damit, dass Angela Merkel noch vier Jahre lang Bundeskanzlerin bleibt: „Ich finde, Jens Spahn ist ein klasse Typ, wenn auch nicht gleich als Bundeskanzler“, schränkte Loose ein.

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