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Ausstellung im Stadtmuseum : Pinneberger im Ersten Weltkrieg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Stadtmuseum beleuchtet Einzelschicksale von betroffenen Pinnebergern.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Am 28. Juli 1914 erklärt Österreich-Ungarn dem Königreich Serbien den Krieg. Europas Bündnissysteme greifen, der Erste Weltkrieg kommt ins Rollen. Zehn Millionen Soldaten sterben in den Schützengräben Flanderns, im U-Boot-Krieg oder auf der Krim. Deutschland wird zur Republik, die Sowjetunion löst das Zarenregime ab. Die Welt wird nie wieder die Gleiche sein.

Wie kann man dieses Thema aus lokaler Sicht abbilden? Eine Frage, der sich Stadtmuseum und Geschichtswerkstatt stellten. Das Ergebnis ist ab sofort im Museum, Dingstätte 25, zu sehen. Museumsleiterin Ina Duggen-Below und Wolfgang Domeyer von der Geschichtswerkstatt blickten bei der Eröffnung auf den schwierigen Prozess der Ausstellungsgestaltung zurück. „Ohne Leihgaben von Pinneberger Familien wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, sagte Duggen-Below.

Da ein entsprechender Aufruf im Frühjahr erfolgreich war, rekonstruiert das Museum nun die Schicksale ausgesuchter Pinneberger Soldaten auf den Schlachtfeldern des „Großen Krieges“. Fotos, Biografien und Feldpostkarten erzählen nach, wie es Bürgern wie Klaus Groth oder Andreas Beig erging. Ein Highlight ist für Duggen-Below der Dostojewski-Roman, in dem noch immer eine Gewehrkugel steckt. Ein besonderer Dank der Museumsleitung ging an Gisela Redlich, die ehrenamtlich die Kriegstagebücher transkribierte.

Neben den Soldatenschicksalen mit Tod, Verwundung und Kriegsgefangenschaft beleuchtet die Ausstellung die Heimatfront, den „Steckrübenwinter“ und geplünderte Brotläden in der Kreisstadt. Auch die zunehmende Militarisierung in den Jahren vor dem Kriegsausbruch wird dargestellt, ebenso die Erinnerungskultur nach dem verlorenen Krieg.

270 Bürger der Stadt Pinneberg ließen auf den Schlachtfeldern ihr Leben. Das Grauen dieses ersten modernen Vernichtungskrieges von globalem Ausmaß dürfte alle für immer verändert haben.

Die Ausstellung „Erster Weltkrieg – Pinneberger Schicksale“ ist noch bis zum 31. März in den Räumen des Stadtmuseum, Dingstätte 25, zu sehen. Das Museum hat Dienstag, Mittwoch und Freitag jeweils von 17 bis 19 Uhr, donnerstags von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr sowie Sonnabend von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. www.pinnebergmuseum.de
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