Auftakt zur „Klimatour Apfel ” : Pinneberger fährt mit dem Rad durch Deutschland

Am Montag konnte Hans Rutar in Heidelberg sein Bambusfahrrad entgegennehmen, mit dem er sich
Am Montag konnte Hans Rutar in Heidelberg sein Bambusfahrrad entgegennehmen, mit dem er sich

Der Pinneberger Hans Rutar radelt von Heidelberg nach Haseldorf. Von seinen Erlebnissen berichtet er regelmäßig.

shz.de von
31. März 2019, 12:00 Uhr

Pinneberg | Die Idee zu seiner „Klimatour Apfel“ kam Hans Rutar nach eigenen Aussagen, als er feststellte, dass sich innerhalb seiner sechs Lebensjahrzehnte die Apfelblüte um zwei Wochen nach vorn verschoben hatte. „Das ist zum Greifen naher Klimawandel“, sagt er. Als zertifizierter Naturführer wollte der 61-jährige Pinneberger gern „etwas Größeres“ machen als die Touren, die er bisher in seiner Heimat anbietet – dazu gehören etwa Führungen durchs Tävsmoor, die Holmer Sandberge oder auch zur Carl Zeiss Vogelstation.

Bereits in der vergangenen Woche ist Rutar von Pinneberg aus nach Heidelberg gereist. Dort wohnen seine Töchter und dort ist der Startpunkt seiner Tour, die ihn auf dem Fahrrad sieben Wochen lang durch Deutschland führen wird – von Heidelberg Richtung Frankfurt am Main, dann Richtung Koblenz, Richtung Ruhrgebiet, über Bielefeld weiter in den Norden. Rutars Ziel: Das Elbmarschenhaus in Haseldorf. Dort wird er am Samstag, 4. Mai,über seine Erlebnisse während der Klimatour berichten.

Bambus-Fahrrad in Heidelberg empfangen

Derzeit steht Rutar jedoch noch ganz am Anfang seiner Abenteuerreise. Am Montagabend nahm er in Heidelberg sein Bambus-Fahrrad in Empfang, das er sich extra für die Tour hat anfertigen lassen. Eingebettet war diese Übergabe in eine Vortragsveranstaltung des Heidelberger Stadtteilvereins Bahnstad, der Rutar eingeladen hatte, über seine Radtour-Pläne zu sprechen.

Noch in Pinneberg hatte Rutar sich mit unserer Redaktion getroffen, um seine Pläne für die große Tour zu erläutern. Denn: Ab der kommenden Woche bis zum Abschluss im Elbmarschenhaus wird Rutar wöchentlich von seinen Erlebnissen berichten.

100-prozentig hat Rutar seine Strecke nicht geplant, berichtet er im Gespräch. „Ich habe mir vorgenommen täglich etwa 60 bis 70 Kilometer zu fahren. Da habe ich die Umwege, die ich machen werde, aber bereits eingerechnet.“ Und dass er Umwege machen wird, sei sehr wahrscheinlich, sagt Rutar. Während seiner Tour möchte er möglichst alles über Äpfel erfahren. Er möchte durch die Landschaft radeln, Naturfotografien machen und mit vielen Menschen sprechen, die mit Äpfeln zu tun haben – diese anbauen, verkaufen, weiterverarbeiten. Rutar erhofft sich, dabei Einsichten zu erhalten, die einem Bücher oder das Internet nicht gewähren können. Ein wenig möchte er sich dabei treiben lassen.

Vom Apfel-Konsumenten zum Apfel-Fan

„Bis ich auf die Idee mit der Tour gekommen bin, war ich lediglich Apfel-Konsument“, berichtet der Pinneberger Versicherungsmathematiker, der sich derzeit in der passiven Phase seiner Altersteilzeit befindet. Dann habe er sich beim Deutschen Baumschulmuseum und im Elbmarschenhaus erste Informationen zu Äpfeln besorgt. Wenn er von seiner Tour zurückkehrt, möchte er viel mehr über Äpfel wissen – über ihre Blüte, ihre Ernte, den wirtschaftlichen Faktor.

Um den Apfel allein geht es Rutar jedoch nicht: Er will sich auch Zeit nehmen, um sein Wissen über Natur und Landschaft zu erweitern, den achtsamen Umgang mit Ressourcen zu lernen, über nachhaltige Entwicklung und respektvolle Kommunikation zu reflektieren. So ist er auch nicht auf einer Apfel-, sondern auf einer Klimatour.

Für alle Fälle ist ein Zelt eingepackt

Da Rutar seine Tour nicht auf den Punkt genau geplant hat, weiß er derzeit noch nicht, wo er wann übernachten wird. „Dachgeber“, eine Selbsthilfeorganisation von Radreisenden wird ihm sicher die ein oder andere Unterkunft bescheren. Sein Zelt hat er dabei, falls das Wetter die Übernachtung in der freien Natur zulässt. Und für den Notfall gebe es auch Herbergen.

Einmal wöchentlich wird Rutar unsere Leser exklusiv an seiner Tour teilhaben lassen. Zum Recherchieren, Schreiben und Fotografieren hat er täglich etwa sechs Stunden eingeplant. Vier bis fünf Stunden möchte er radeln. Wer die Aktivitäten des Pinneberger Naturführers auch in der Zwischenzeit verfolgen möchte, kann dies auf Rutars Internetblog oder bei Instagram.

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