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Niklas Henke : Pinneberger erkundet die Nanowelt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mit seinem Beitrag zur Materialanalyse nimmt der Schüler Niklas Henke am Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ teil.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | „Charakterisierung kristalliner Metallschichten mittels Röntgenstreuung“ – ein Thema mit dem sich sicher nicht jeder 19-Jährige ein ganzes Jahr lang beschäftigen möchte. Niklas Henke hat es getan. Mit seinen Ergebnissen verschaffte er sich nicht nur eine bessere Abiturnote, sondern nimmt auch am Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ teil.

Niklas ist zusätzlich zu allen sonstigen Verpflichtungen an der Johannes-Brahms-Schule (JBS) einmal die Woche nach Hamburg gefahren. Im Stadtteil Bahrenfeld steht dort das Deutsche Elektronensynchrotron (Desy), ein Zentrum für Grundlagenforschung. 1800 Menschen arbeiten dort an einem der bekanntesten Teilchenbeschleuniger Deutschlands. Auch Niklas’ Großvater war einmal einer ihnen. „Als mir ein Lehrer vorschlug, eine besondere Lernleistung in Physik zu erbringen, konnte mein Großvater mir Kontakt zum Desy verschaffen“, erzählt der Schüler. Der Wissenschaftler Oliver Seeck nahm den Pinneberger daraufhin ein Jahr unter seine Fittiche. Niklas’ Ziel: Eine Metallschicht – nur wenige Nanometer (Ein Nanometer ist ein Miliardstel Meter) dick – mit Hilfe von Röntgenstrahlung zu analysieren. Ein langwieriges Verfahren. „Ich habe erst ein halbes Jahr die nötige Theorie lernen müssen“, erzählt der Gymnasiast. „Dann habe ich die Software auf die Probe abgestimmt.“ Die tatsächlichen Messungen musste Niklas dann an einem einzigen Sonnabend erledigen. Denn die sogenannte „Strahlzeit“, der Zugriff auf die starke Röntgenquelle, die am Desy benutzt wird, ist begehrt. Etablierte Wissenschaftler müssen sich lange im Voraus anmelden. Niklas konnte das Zeitkonto eines Doktoranden aus der Forschungsgruppe mitbenutzen. Seine eigene Probe konnte er aufgrund technischer Probleme dabei allerdings nicht verwenden. Solche Rückschläge sind Alltag in der Experimentalphysik. Und die Frage, die jeder Grundlagenforscher fürchtet: Was sind die praktischen Anwendungen für diese Arbeit? Niklas: „Solche Messverfahren werden unter anderem in der Halbleitertechnik benutzt, um Herstellungsfehler in sehr kleinen Bauteilen zu finden.“

Der JBS-Schüler ist dankbar für die Gelegenheit, so lange an einem großen Forschungszentrum zu arbeiten: „Ich hatte viel Glück mit meinen Betreuern.“ Ob er nach seinem Abitur Physik studieren will, weiß er aber nocht nicht. „Möglicherweise. Aber wenn, dann eher im theoretischen Bereich.“ Seine Ergebnisse hat er bereits präsentiert, diese Besondere Lernleistung ersetzt eine Mündliche Abiturprüfung. „Jugend forscht“ ist für ihn ein Bonus. Deswegen fährt Niklas ganz entspannt zur Siegerehrung nach Elmshorn. „Ich mache mir aber Hoffnungen zu gewinnen.“

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