Kommunalwahl 2018 : Pinneberger CDU siegt und verliert zugleich

Trost für CDU-Fraktionschef  Florian Kirsch (Mitte) nach der Niederlage. Der Verlust seines Wahlkreises setzt ihm sichtbar zu.
1 von 3
Trost für CDU-Fraktionschef Florian Kirsch (Mitte) nach der Niederlage. Der Verlust seines Wahlkreises setzt ihm sichtbar zu.

CDU bleibt stärkste Kraft, aber die Fraktionsspitze ist raus. SPD büßt Stimmen ein. Grüne, FDP und Bürgernahe legen zu.

von
07. Mai 2018, 14:30 Uhr

Pinneberg | Für die Pinneberger CDU ist alles beim Alten geblieben: Die Christdemokraten bleiben mit 33,5 Prozent stärkste Kraft im Rat. Aber auch die Grünen gehören zu den Gewinnern des Wahlabends am Sonntag: 24,4 der Pinneberger stimmten für sie. FDP mit 8,2 Prozent und die Bürgernahen mit 9,5 Prozent legten ebenfalls zu. Nur die SPD musste Federn lassen – sie kam auf 24,4 Prozent der Stimmen. In der Ratsversammlung haben sie künftig zehn Stimmen und ziehen mit den Grünen gleich.

Spitze der Fraktion kann sich nicht durchsetzen

„Wir haben heute Mittag noch gehofft, einen zusätzlichen Sitz durch die Wähler zu erhalten, jetzt sind es zwei Sitze im Rat geworden. Alle Sitze wurden durch den Sieg in den Wahlkreisen geholt. Da unser Fraktionsvorsitzender Florian Kirsch, sich gegen seine Herausforderin nicht durchsetzen konnte, bedeutet in der Konsequenz, dass er auch nicht über Listenplatz nachrücken kann. Das gilt auch für Fraktionsvize Carl-Eric Pudor“, erklärte Parteivorsitzenden Natalina de Racca-Boening. Neben der Fraktionsspitze sind auch Jürgen Brandt und Doris Ochterbeck nicht gewählt worden. Dennoch war die Stimmung in der Drostei, wo die CDU-Kandidaten gebannt die Auszählungen verfolgten, optimistisch und siegesbewusst.

Auch die Freude bei den Grünen war groß. Fraktionschef Joachim Dreher, der im Ratsitzungssaal die Ergebnisse mit Spannung verfolgte, gab sich bescheiden: „Wir sind als Team gewählt worden. Wir haben ein optimales Ergebnis erzielt.“

Besonders hervorzuheben ist das Spitzen-Ergebnis von Grünen-Spitzenkandidatin Dr. Ulrike Graefen. Sie ist in der Politik eine Newcomerin. „Ich freue mich unglaublich. Danke an alle, die mir das Vertrauen ausgesprochen haben.“

Vier Sitze für die Bürgernahen

Auch die Wählergemeinschaft Die Bürgernahen sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Wir haben vier Sitze im Rat und haben unser Ziel erreicht“, sagte Bernd Pieper von den Bürgernahen, der ebenfalls im Rathaus die Ergebnisse verfolgte. FDP-Chef Werner Mende ist mit dem Ergebnis seiner Partei mehr als zufrieden: „Wir haben um 50 Prozent zugelegt.“

Die SPD, die im VfL-Heim die Ergebnisse verfolgte, hingegen zeigte sich gestern Abend tapfer: „Wir tragen es mit Fassung und machen das Beste daraus“, sagte Linja Voges. „Wir werden uns für Pinneberg weiterhin einsetzen“, ergänzte Lena Krenn.

Die Wahlbeteiligung lag mit 40,8 Prozent höher als vor fünf Jahren (37,5 Prozent). Eine Trend, der sich früh abzeichnete, wie Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) gestern mitteilte. Sie hatte jedes Wahllokal in Pinneberg besucht und jedem Helfer gedankt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen