Veranstaltung : Pinneberg: Mehr Erntedank geht nicht

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Tradition: Von Freitag, 5. Oktober, bis Sonntag, 7. Oktober, wird im Pinneberger Stadtteil Waldenau gefeiert.
Tradition: Von Freitag, 5. Oktober, bis Sonntag, 7. Oktober, wird im Pinneberger Stadtteil Waldenau gefeiert.

Der Bürgerverein richtet ein Landeserntedankfest in Waldenau aus. Minister Jan Philipp Albrecht und Bischöfin Kirsten Fehrs stehen auf der Gästeliste.

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20. September 2018, 16:00 Uhr

Pinneberg | „Willkommen zu unserer Vorbesprechung zum großen Mittsommerfest“, sagte Dominic Giesel, Vorstand des Bürgervereins Waldenau-Datum von 1934, zur Eröffnung der Programmvorstellung am Dienstagabend. Als die Lacher bei Sponsoren, Organisatoren und Aktiven verklungen waren, erläuterte er: „Nein, natürlich geht es um das Erntedankfest. Auch wenn die Temperaturen derzeit eine andere Sprache sprechen.“

„Mehr als Erntedank“ lautet in diesem Jahr das Motto für das Erntedankfest, das von Freitag, 5. Oktober, bis Sonntag, 7. Oktober, im Pinneberger Stadtteil gefeiert wird. „Wir richten in diesem Jahr zum dritten Mal das Landeserntedankfest aus. Daher ist es mehr als unser normales Erntedank“, sagte Giesel. Um die Landesveranstaltung 1988 zu erhalten, habe sich der Bürgerverein 15 Jahre lang beworben. Für das Landeserntedankfest 2010 habe es zwei Jahre Vorlauf gebraucht. „In diesem Jahr haben wir uns gar nicht beworben“, sagte Giesel. Dennoch kam die Landeskirche auf das Organisationsteam zu. „Die Kirche hat klare Vorstellungen, wie ein Landeserntedankfest organisiert sein muss. Da gehört ein Festumzug dazu und davon gibt es in Schleswig-Holstein und Hamburg nicht so viele“, sagte Organisationschef Volker Brammer.

„Als Bürgerverein Waldenau-Datum freuen wir uns, das Erntedankfest in diesem Jahr in dieser Form ausrichten zu dürfen“, betonte Giesel und ergänzte: „Es ist ein Kraftakt, aber es bestärkt unsere Arbeit und motiviert weiterzumachen.“ Jan Philipp Albrecht (Grüne), Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, wird das Erntedankfest offiziell nach dem Gottesdienst am Sonntag eröffnen, der von Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordelbischen Kirche, gestaltet wird. „Wir haben einige VIPs mehr da als gewohnt“, sagte Giesel. Brammer warf ein: „Für mich ist es ein ganz normales Erntedankfest bis auf den kirchlichen Teil am Sonntagmorgen.“ Nach einer kurzen Pause legte er nach: „Vielleicht ist alles etwas größer. Ich hätte aber auch unseren 70. Festumzug ohne das Landeserntedankfest feiern können. Aber es ist natürlich schön, dass wir ausgewählt wurden.“

Etwa 60 Gruppen sollen am Sonntag beim Umzug durch das Dorf teilnehmen. „Dafür machen wir das Dorf dicht“, sagte Brammer. Ab 8  Uhr sind die Zu- und Abfahrt zu LSE sowie der Jappopweg gesperrt. „Wir bekommen vier Polizisten gestellt. Die restlichen Leute mussten wir zum Teil einkaufen“, erläuterte der Organisationschef. „Die Auflagen werden immer schlimmer und mehr. Wenn es so weitergeht, können wir eine Veranstaltung wie diese noch fünf, sechs Jahre organisieren.“ Der Bürgervereinsvorsitzende Jürgen Hilbers ergänzte: „Wir werden mit Großveranstaltungen wie den Karnevalsumzügen gleichgesetzt und das Thema Duisburg spielt immer wieder eine große Rolle. Hier haben wir aber Platz und sind nicht eingeengt.“ Seit Februar stehe der Verein im Austausch mit der Stadt.

„Dass ich noch selbst entscheiden kann, welche Unterhose ich anziehen darf, überrascht mich fast“, sagte Brammer. „Wir haben 24  Grad bestellt. Die kriegen wir auch“, blickte Brammer auf den Umzug voraus. 40 000 Besucher erwartet er entlang der Strecke, die vom Festplatz am Jappopweg folgenden Verlauf nimmt: Nienhöfener Straße, Marktplatz, Behrensallee, Waldenauer Weg, Schaafsweide, Nieland, Großes Feld, Waldenauer Weg, Schenefelder Landstraße, Am Stadtforst, Moorweg, Buschweg, Schenefelder Landstraße, Nieland, In de Simp, Festplatz am Jappopweg. Etwa 900 Kilogramm Bonbons werden entlang der Strecke verteilt. „Wir haben uns dann doch gegen die Äpfel entschieden. Äpfel können zurückfliegen“, so Brammer, der sich für mehr Obst und Gemüse ausgesprochen hatte, um das Thema Erntedank besser aufzugreifen.

„Wir wollen mit dem Fest auch die Gemeinschaft und Solidarität nach außen transportieren und es ist auch einmal sinnvoll, innezuhalten und dankbar zu sein, dass wir ernten dürfen, was wir säen. Schließlich haben wir in dieses Jahr das schlechteste Ernteergebnis seit 40 Jahren“, sagte Giesel.

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