Integration : Pinneberg hilft Flüchtlingen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt

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Engagieren sich für die Integration von Zugewanderten in den Arbeitsmarkt: Claudia Patt (Wirtschaftsgemeinschaft, von links), Raimund Bohmann (Stadtjugendpfleger), Deborah Azzab-Robinson (Gleichstellungsbeauftragte), Katharina Kegel (Flüchtlingskoordinatorin), Burkhard Stratmann (Zusammenschluss Rückenwind) und Ludger Fischer (Diakonie).
Engagieren sich für die Integration von Zugewanderten in den Arbeitsmarkt: Claudia Patt (Wirtschaftsgemeinschaft, von links), Raimund Bohmann (Stadtjugendpfleger), Deborah Azzab-Robinson (Gleichstellungsbeauftragte), Katharina Kegel (Flüchtlingskoordinatorin), Burkhard Stratmann (Zusammenschluss Rückenwind) und Ludger Fischer (Diakonie).

Das Netzwerk Pina stellt neues Konzept vor. Beratungsangebote für Neuzugewanderte sind ab sofort gebündelt verfügbar.

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05. Dezember 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Neuzugewanderte in Ausbildung und Arbeit, kurz Pina, lautet der Name des Pinneberger Netzwerks, das über Beratungsangebote für Zugewanderte informiert. „Das Besondere an Pina ist einerseits die Zielrichtung, die strukturierte Zusammenarbeit und gleichzeitig die Transparenz der vielfältigen Möglichkeiten für Migranten ebenso wie für Arbeitgeber“, erläutert Ludger Fischer von der Diakonie, während eines Gesprächs im Pinneberger Rathaus. Laut der Pinneberger Flüchtlingskoordinatorin Kegler wurden vom 1. Januar 2008 bis zum 15. Januar dieses Jahres 6719 Asylbewerber auf den Kreis Pinneberg verteilt. Die Verteilung erfolgt laut Oliver Carstens, Sprecher des Kreises, proportional anhand der Einwohnerzahl.

Ansprechpartner für Bewerber und Arbeitgeber

„Ziel von Pina ist es, geflüchtete Frauen und Männer in Ausbildung und Arbeit zu bringen“, sagt Deborah Azzab-Robinson, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Die Integrationsbeauftragte Katharina Kegel sieht ihre Aufgabe vor allem darin, die Initiative zu ergreifen, die Konzeption sowie die Vernetzung zu koordinieren. Zu diesem Zweck haben die Verantwortlichen des Netzwerks zwei Flyer mit Adressen und Ansprechpersonen der Beratungsstellen entwickelt. Einen für Neuzugewanderte und einen für Unternehmen. „Auch Arbeitgeber fragen nach den Bedingungen und möglichen Unterstützungen für eine Beschäftigung“, erläutert Fischer aus seiner Erfahrung. Eine wichtige Aufgabe bestünde daher darin, eine akzeptanzfördernde Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.

Pina wurde Anfang des Jahres gegründet

Pina wurde Anfang dieses Jahres von Institutionen wie der Arbeitsagentur, dem Diakonieverein Migration, der Handwerkskammer, der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, dem Jobcenter des Kreises und der Wirtschaftsgemeinschaft Pinneberg ins Leben gerufen. Das Netzwerk profitiert von den unterschiedlichen Perspektiven der Initiativen. Claudia Patt von der Pinneberger Wirtschaftsgemeinschaft versorgt rund 150 Pinneberger Unternehmen über einen Newsletter mit dem neuen Flyer. „Es können gern mehr werden“, sagt sie im Gespräch. Burkhard Stratmann vom Zusammenschluss Rückenwind setzt auf die Berufsbörse: „Praktika als Einstieg in den Arbeitsmarkt sind für Zugewanderte unerlässlich.“ Rund 1200 Firmen bieten bereits knapp 3000 Angebote an. Die Schulsozialarbeit ist einer der Ansätze von Jugendpfleger Raimund Bohmann. „Wir befähigen Jugendliche dazu, den gesellschaftlichen und unternehmerischen Erwartungen entsprechen zu können.“ Das sei besonders bei Traumaerfahrungen von Jugendlichen relevant, erläutert er.

Einsatz für Frauen

Für besondere Belange von Frauen setzt Azzab-Robinson sich ein. Ziel dabei sei es unter anderem, einen „angstfreien Zugang zu Beratungsstellen zu schaffen“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Auf diese Weise sollen Frauen darin bestärkt werden, eine Rolle in der Arbeitswelt anzustreben. Pina ist kreisweit eines der aktivsten Netzwerke für Zugewanderte, so die Organisatoren. Es profitieren sowohl diejenigen mit gesichertem als auch diejenigen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus. Beide Flyer sind bei Kegler im Rathaus und in den diversen Beratungsstellen erhältlich.

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