Pinneberg bekommt neue Kirche

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Neuapostolische Gemeinde: Altes Gebäude marode

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25. Mai 2019, 16:23 Uhr

Pinneberg | Weil immer mehr Menschen der Religion den Rücken kehren, müssen Kirchen schließen, werden sie entweiht oder abgerissen. Doch die Neuapostolische Gemeinde an der Friedrich-Ebert-Straße in Pinneberg, in der Nähe von Edeka-Meyer, geht einen anderen Weg. Dort wird ein neues Gotteshaus mit einer Gesamtfläche von 367,5  Quadratmetern gebaut. Genau dort, wo jetzt noch das alte Gebäude steht. Schon für Anfang Juni ist der Abriss geplant.

„Ich freue mich riesig. Und so geht es auch vielen Gemeindegliedern“, sagt Gemeindeleiter Frank Schulz (Foto). Die Kirche ist alt. 61 Jahre hat sie mittlerweile auf dem Buckel. Der Keller stehe oft unter Wasser, berichtet Schulz. Baumwurzeln haben zu baulichen Schäden geführt.

„Wir haben uns lange damit beschäftigt, was wir mit der maroden Kirche machen“, sagt Schulz. 2015 wurden die Überlegungen dann konkret. Weil eine Instandsetzung zu teuer ist, haben sich die Verantwortlichen für einen Neubau entschieden. Ein Geschenk auch zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinde, das am 30. Juni im Bürgerhaus in Appen gefeiert wird.

Mitsprache beim Entwurf hatten die Pinneberger Brüder und Schwestern, wie sie sich selbst nennen, indes nicht. „Wir wurden nicht mit eingebunden“, berichtet Schulz. Allerdings mussten sie sich auch keine Gedanken über die Finanzierung machen. Das ist Aufgabe der Hauptverwaltung der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland. Sie hat ihren Sitz in Hamburg. Dort wurde ein Architekt mit dem Bau der Kirche beauftragt: Gottfried Fink. Sein Entwurf ist im Eingangsbereich der alten Kirche ausgestellt: Der Neubau solle eine zeitgemäße Architektur vertreten, die durch ihre vornehme Sachlichkeit und selbstbewusste Zurückhaltung eine klare Aussage treffe. „Die neue Kirche ist ein städtebaulicher Hingucker“, sagt Fink im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Ensemble besteht aus einer ovalen Grundform mit einer Zinkfassade und einem Nebentrakt samt Foyer. Sehr modern. Dafür gibt es keinen Kirchturm und keine Glocken. Die Gesamtkostet beziffert Fink auf etwa 1,2  Millionen Euro.

Morgen wird es ernst: Am Sonntag werden sich die Gemeindeglieder von ihrer alten Kirche verabschieden. Den letzten Gottesdienst hält Bischof Rainer Knoblauch. An diesem Tag wird die Kirche auch profaniert. Der Architekt rechnet mit einer Bauzeit von etwa eineinhalb Jahren. Während dieser Zeit versammelt sich die Gemeinde sonntags um 10 Uhr in der Friedhofskapelle am Hogenkamp.

Schulz blickt mit Vorfreude in die Zukunft: „Wir haben eine funktionierende Gemeinde mit einem guten Maß aus Jung und Alt. 310 Glieder hat die Gemeinde, davon sind 141 aktiv. Warum engagiert Schulz sich in der Freikirche? „Mich fasziniert die Botschaft von Jesus Christus. Wenn alle sich daran halten würden, würde es besser in der Welt aussehen.“

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