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Vorstellung in Halstenbek : „Pink Cadillac“ - der Weihnachtsstern 2015

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Landwirtschaftskammer präsentiert die diesjährigen Weihnachtssterne. Zweitbeliebteste Zimmerpflanze, obwohl sie nur wenige Wochen verkauft wird.

Kreis Pinneberg | Auf dem Blumenhof Pein an der Dockenhudener Chaussee in Halstenbek wird alles vorbereitet. Mitarbeiter binden Gestecke, bringen Deko an. Am Wochenende startet die Adventsausstellung, bis dahin muss alles fertig sein. Deutschlands beliebteste Adventspflanze steht schon bereit: Hunderte Weihnachtssterne warten darauf, in die heimischen Wohnzimmer zu gelangen. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hatte für gestern zur Präsentation eingeladen.

„Blumenliebhabern steht eine große Auswahl an Sorten, Farben und Formen zur Verfügung. Allein hier auf dem Blumehof stehen 40 unterschiedliche Sorten“, sagte Hans Hermann Buchwald, Vorstandsmitglied der Landwirtschaftskammer. Etwa 781.000 Pflanzen wachsen im nördlichsten Bundesland, die Hälfte davon im Kreis Segeberg und zehn Prozent im Kreis Pinneberg. Bundesweit werden nach Angaben der Vereinigung der Weihnachtssternzüchter etwa 35 Millionen Sterne gezogen. Das bedeutet, dass durchschnittlich in jedem Haushalt ein Weihnachtsstern steht. Obwohl er nur wenige Wochen verkauft wird, rangiert der Weihnachtsstern auf Platz zwei der beliebtesten Zimmerpflanzen – hinter der Orchidee.

Die Kameras der Fernsehsender sind auf den neuen Star gerichtet: Der „Pink Cadillac“ ist in diesem Jahr neu auf dem Markt. Gärtnermeisterin Gesa Haberlah steht stolz daneben. Dass die pinke Farbe so intensiv herauskommt, ist auch ihr Verdienst. Seit Mitte Juli hat sie die Pflanzen begleitet, die als kleine Stecklinge nach Deutschland kommen. Die vergangenen vier Wochen waren eine aufregende Zeit für sie. Die unterschiedlichen Farben sind zwar auf die Züchtungen zurückzuführen, aber „wir haben Einfluss darauf, wie intensiv die Farbe wird“, sagt Haberlah.

Neu im Kulturprogramm: Der Weihnachtsstern „Pink Cadillac“ hat pinke Hochblätter. (Foto: Mertin)
Neu im Kulturprogramm: Der Weihnachtsstern „Pink Cadillac“ hat pinke Hochblätter. (Foto: Mertin)
 

Dafür wird den Pflanzen auch schonmal vorgegaukelt, der Tag sei kürzer als er ist. „Dann stimmen sie vom vegetativen ins generative Wachstum um“und die Farbe entfalte sich, erläutert Haberlah. 6500 Weihnachtssterne zieht der Blumenhof. Mit „Pink Cadillac“ ist Haberlah zufrieden. Ob die neue Sorte es allerdings schaffen wird, den traditionellen Weihnachtsstern mit den roten Hochblättern vom Thron zu stoßen, bleibt fraglich. Er ist mit 80 Prozent der produzierten Christsterne immer noch der beliebteste.

Wer seinen Weihnachtsstern gut pflege, könne bis Ostern etwas von ihm haben. Wärme und eine verkürzte Tageslichtphase seien wichtig, sagt Betriebsleiter Werner Pein. Buchwald weist noch auf etwas anderes hin: „Wer einen Weihnachtsstern aus Schleswig-Holstein verschenkt, verschenkt ein echtes regionales Produkt.“

DIE PFLANZE Der Weihnachtsstern

Der Weihnachtsstern – im Deutschen auch Christstern oder Adventsstern genannt, die botanische Bezeichnung lautet Euphorbia pulcherrima – gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse und stammt aus Mexiko. In seiner Heimat kann der Weihnachtsstern über zwei Meter hoch werden. In Europa ist er jedoch hauptsächlich als Topfpflanze mit weißen, roten oder rosaroten Hochblättern bekannt. Als Topfpflanzen benötigen Weihnachtssterne einen hellen Standort. Im Sommer kann der Weihnachtsstern auch draußen stehen, dort auch im Halbschatten. Bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius sollte man ihn jedoch in die Wohnung holen.

In vielen Wohnzimmern des Kreise Pinneberg wird er jedes Jahr kurz vor den Feiertagen festlich dekoriert: der Weihnachtsbaum. Doch woher stammt er überhaupt? Und was zeichnet ihn aus? Der Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland möchten diese und andere Fragen am Mittwoch, 16. Dezember, ab 18.30 Uhr in der Drostei, Dingstätte 23 in Pinneberg, diskutieren.
„Die Königin der Weihnachtsbäume – Aus dem Kaukasus ins Pinneberger Baumschulland“ lautete der Titel des Gesprächs. Frank Schoppa, Vorsitzender des Fördervereins Pinneberger Baumschulland, und Heike Meyer-Schoppa, Leiterin des Deutschen Baumschulmuseums, werden im Gespräch mit Henning Pein, Inhaber der Henning Pein Baumschulen GmbH in Appen, darüber sprechen, ob der Weihnachtsbaum nur ein Geschäft oder auch ein Kulturgut ist. Zudem soll Pein, der laut Schoppa ein deutschlandweit anerkannter  Weihnachtsbaum-Experte ist, berichten, worauf es bei einer Tanne ankommt und welche Erfahrungen er als Baumschul-Unternehmer im gemacht hat.Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, um Anmeldung unter Telefon 04120-768400 wird gebeten. kmv
Einer Legende zufolge wurde aus Mistelholz das Kreuz gezimmert, an das Jesus geschlagen wurde. Aus Scham soll sich der Baum nach Jesus Tod in ein Gewächs verwandelt haben, das jenen Gutes bringt, die unter ihm hindurch gehen.
Vor allem in den USA und in Großbritannien ist der Brauch beliebt, sich unter einem an der Zimmerdecke aufgehängten Mistelzweig zu umarmen oder zu küssen. Der Aberglaube besagt, dass ein junges Liebespaar, dass sich unter einem Mistelzweig küsst, für immer zusammen bleibt.
Misteln werden in der Weihnachtszeit vor allem deswegen gern aufgehängt, da die weiblichen Pflanzen im Spätherbst weiße kugelige Früchte tragen. Die Gemeine Mistel (Viscum album) zählt zu den Halbparasiten, die ihre Nährstoffe durch eine Wirtspflanze bezieht. In Europa gibt es drei Unterarten: die Tannenmistel an Weißtannen, die Kiefernmistel an Kiefern und die Laubholzmistel. Letztere  findet sich oft auf Apfelbäumen, Linden, Pappeln, Ahorn-Arten, Hainbuchen und Erlen. Auffällig werden sie vor allem im Winter, wenn sie sich vom sonst kahlen Baum abheben.
Ein Jahrhunderte alter Brauch zu Weihnachten ist das Schneiden der Barbara-Zweige am Barbara-Tag, dem 4. Dezember. An diesem Tag werden Zweige aus dem Garten abgeschnitten und in der warmen Wohnung in eine Vase gestellt. An Weihnachten sollen sie dann blühen; dann geht angeblich ein Wunsch in Erfüllung. Gelingt es hingegen nicht, sollte man im kommenden Jahr mit einem Unglück rechnen.
Besonders geeignet als Barabara-Zweige sind laut Gartenakademie Rheinland-Pfalz frühblühende Gehölze wie Winterjasmin, Zaubernuss, Kornelkirsche, Zierkirschen, Japanische Quitte, Goldregen und Ginster. Apfel, Flieder und Rhododendron sind ungeeignet.
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erstellt am 18.Nov.2015 | 10:00 Uhr

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