Pilotprojekt soll Schule machen

Die Teilnehmer des Projekts in Elmshorn haben viel gelernt.  Sie können anderen Jugendlichen die Ausbildung empfehlen.
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Die Teilnehmer des Projekts in Elmshorn haben viel gelernt. Sie können anderen Jugendlichen die Ausbildung empfehlen.

Kreisjugendring (KJR) und Stadtjugendpflege Elmshorn starten Kooperation mit Schulen zur Jugendleiterassistenten-Ausbildung

shz.de von
24. Januar 2014, 16:00 Uhr

Damit Kinder und Jugendliche ihre Freizeitgestaltung im Rahmen der Ganztagsschule selbst in die Hand nehmen können, haben Kreisjugendring (KJR) und Stadtjugendpflege Elmshorn ein Pilotprojekt in der Krückaustadt gestartet: Fünf Monate lang haben Jugendliche eine Ausbildung zum Jugendleiterassisten absolviert Dies geschah in Kooperation von vier Elmshorner Ganztagsschulen – eine kreisweite Premiere.

An 17 Nachmittagen haben neun Jugendliche von vier unterschiedlichen Schulen beispielsweise in Sportvereinen sowie Kinder- und Jugendhäusern hospitiert. Dabei haben sie viel gelernt. „Wir wissen jetzt wie wir in gewissen Situationen reagieren sollen, zum Beispiel wie wir mit aggressiven Kindern umgehen müssen“, sagt Lasse (13). Auch wurden sie in organisatorische Aufgaben eingebunden. So haben sie beim FTSV Fortuna Elmshorn das Laternelaufen organisiert. Im Jugendhaus Krückaupark haben zwei Jugendliche eine eigene Kindergruppe angeleitet. Im Kinderschutzbund Elmshorn wurden sie über die rechtlichen Besonderheiten zur Aufsichtspflicht aufgeklärt. Die neun ausgebildeten Jugendlichen stehen den Vereinen nun als qualifizierte Assistenten zur Verfügung.

Dass dieses Pilotprojekt letztlich so zustande gekommen ist, habe die Beteiligten viel Arbeit gekostet. „Diesen Kraftakt können wir nicht regelmäßig wiederholen“, sagt Ingo Waschkau, Geschäftsführer des KJR. Die Verhandlungen und Gespräche mit den Schulen haben sich über sechs Monate hingezogen. Dabei gab es auch Absagen: „Ein Gymnasium hat gesagt, es passe ihnen nicht in ihr Konzept“, sagt Waschkau. Die Verhandlungen mit den teilnehmenden Bildungseinrichtungen mit Ganztagsangebot haben lange gedauert, bis die finalen Details feststanden. Knackpunkt war vor allem der feste Tag in der Woche, an dem die Jugendlichen der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule, Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule, Erich Kästner Gemeinschaftsschule Elmshorn und Freien Waldorfschule gleichzeitig freigestellt wurden.

Auch die Werbung für das Projekt sei in den Schulen nicht zufriedenstellend gewesen, wie auch die neun teilnehmenden Kinder festgestellt haben. Sie berichten von fehlenden Aushängen und nicht informierten Lehrern. „Wir haben mit einer viel größeren Welle an Freiwilligen gerechnet“, sagt Waschkau.

Der KJR-Geschäftsführer und auch der Elmshorner Stadtjugendpfleger Thies Koopmann hoffen, dass ihr Pilotprojekt nun trotz der Kritikpunkte kreisweit Schule machen wird. In Karsten Hamdorf, dem Kreisjugendpfleger, hat das Projekt schonmal einen Fürsprecher für dieses Anliegen gefunden.

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