Von Pinneberg nach Paris : Pilgern für das Klima

Volker Clasen (72) organisiert für die Pilger den Abschnitt zwischen Alveslohe, Pinneberg und Blankenese.
Volker Clasen (72) organisiert für die Pilger den Abschnitt zwischen Alveslohe, Pinneberg und Blankenese.

Die UN-Klimakonferenz Konferenz in Paris ist das Wallfahrtsziel. Jetzt werden noch Teilnehmer gesucht.

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14. Juli 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg/Paris | Von Flensburg nach Paris. Nicht mit dem Taxi, sondern zu Fuß. Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit unter dem Titel „Geht doch!“ führt im September auch durch Pinneberg. Verantwortlich für den Abschnitt zwischen Alveslohe, Pinneberg und Blankenese ist Volker Clasen. Und er ist Pilger durch und durch: Der 72-Jährige hat schon viele Pilgerwege in ganz Europa bezwungen. „Nur den Camilo in Spanien, den werde ich niemals gehen. Der ist mir zu kommerziell. Und es gibt einfach so viel schönere Wege in Norddeutschland“, schwärmt der Pinneberger.

Ziel des Wegs ist die UN-Klimakonferenz in Paris. Dort wird im Dezember dieses Jahres ein internationales Klimaabkommen geschlossen. Die Pilger wollen auf die globale Dimension des Klimawandels aufmerksam machen und dabei spirituelle Besinnung mit politischem Engagement verbinden. Insgesamt in zwölf Etappen führt der Weg – aufgeteilt in Tagesstrecken – von Flensburg nach Paris.

„Großer Start ist, flapsig gesagt, am Polarkreis. Von dort geht es durch Schweden über Dänemark nach Flensburg und so weiter“, sagt Clasen. Etwa 18 bis 25 Kilometer sollen pro Tag geschafft werden.

Der Pinneberger ist zuständig für die Planung und Organisation von Alveslohe über Pinneberg bis Blankenese. „In Alveslohe schlafen die Pilger in der evangelischen Kirche auf dem Fußboden. Um 8.30 Uhr geht’s dann los“, sagt Clasen. 23,8 Kilometer werden die Wanderer bis in die Kreisstadt zurücklegen. Unterwegs wird ein Stopp im Himmelmoor eingelegt: die Teilnehmer schauen sich den Torfabbau an. Zeit für eine lange Pause bleibt bei dem straffen Zeitplan aber nicht. „Im Himmelmoor legen wir einen Stopp von fünf bis zehn Minuten ein“, sagt Clasen. Mittags ist eine Pause in Tangstedt in der Wulfsmühle geplant. Dort bauen Pfadfinder eine Jurte auf. „Das wird dann kurze Zeit unser Wohnzimmer“, sagt Clasen.

Das Wort Pilger stammt stammt vom lateinischen „peregrinus“ ab und bedeutet so viel wie „in der Fremde sein“. Eine Einzelperson wurde früher als Pilgersmann bezeichnet. Der Anlass einer Pilgerfahrt kann eine auferlegte Buße sein, die Erfüllung eines Gelübdes, der Wunsch nach religiöse Vertiefung oder die Abstattung von Dank. Ziel ist ein als heilig betrachteter Ort, zum Beispiel eine Wallfahrtskirche, ein Tempel oder ein Baumheiligtum.

Pilger, die über mehrere Tage und Nächte dabei sind, haben etwa 15 Kilogramm Gepäck dabei. „Aber wir haben ein Begleitfahrzeug, ein E-Mobil. Wir müssen zum Glück nicht alles selbst schleppen“, so Clasen. Auch wer nur einen Tag mitpilgern möchte, ist dazu eingeladen. „Teilnehmer können sich bis Mitte August anmelden“, sagt Clasen.

Bei Kruses Hof in Rellingen sei ebenfalls ein kurzer Besuch geplant. „Dort werden wir uns die Tierhaltung und den Hofladen anschauen. Aber da haben wir auch nicht viel länger als fünf bis zehn Minuten Zeit“, sagt der Pinneberger. Ziel ist es, etwa um 18 Uhr das Café Pino in der Pinneberger Bahnhofstraße zu erreichen. „Propst Drope wird uns dort mit einem Ankunftssegen begrüßen“, freut sich Clasen. Am nächsten Morgen geht’s früh los. Nach einem Frühstück um 7.30 Uhr – ebenfalls im Café Pino – wandern die Pilger Richtung Schäferhof. Danach geht’s durch den Klövensteen nach Blankenese.

„Wir hoffen auf viele Teilnehmer. Ganz egal welcher Religion und Glaubensrichtung“, so Clasen. „Schön wäre auch, wenn viele Pinneberger miteinsteigen – auch wenn das nur für eine Tagesstrecke ist“, sagt Clasen. Bisher habe er 40 Anmeldungen für Teilpilgerer zwischen Flensburg und Blankenese vorliegen. Auch in Pinneberg wird auf dem Boden in der Kirche am Fahlt genächtigt. „Wir suchen aber auch noch gastfreundliche Bürger aus der Kreisstadt, die für eine Nacht Betten zur Verfügung stellen – manche Pilger sind ja tagelang unterwegs und würden sich darüber freuen“, sagt Clasen. Wer kostenfrei sein Privatzimmer zur Verfügung stellen möchte, wendet sich per E-Mail an v.clasen@freenet.de. Auch Fragen und Anmeldungen nimmt der 72-Jjährige Pinneberger entgegen.

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