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„Rettungspaket Altenpflege“ : Pflegekräfte schlagen Alarm

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sie haben Forderungen an den Gesundheitsminister – und gehen auf die Straße am 12. Mail. An der bundesweiten Aktion „Rettungspaket Altenpflege“ nehmen auch Kräfte aus dem Kreis Pinneberg in Uetersen teil.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Uetersen/Wedel | Die Zukunft der Altenpflege in Deutschland ist ungewiss. Die Situation kritisch. Durch den demographischen Wandel gibt es immer mehr ältere Menschen die auf Unterstützung zu Hause oder Unterbringung im Heim angewiesen sind. Die Pflegeeinrichtungen klagen über zu wenig Fachpersonal, die Angestellten über hohe Belastung und zu niedrige Bezahlung. „Das derzeitige System steht vor dem Kollaps“, sagt Eva Buban, Leiterin des Uetersener Pflegeheims Haus am Rosarium. Es sei sprichwörtlich „fünf vor zwölf“. Unter diesem Motto will die Diakonie mit der bundesweiten Aktion „Rettungspaket Altenpflege“ am Montag, 12. Mai, um 11.55 Uhr auf die Situation in der stationären wie ambulanten Pflege aufmerksam machen.

Bei der zentralen Kundgebung der Diakonie-Mitarbeiter am „Internationalen Tag der Pflege“ in Uetersen auf dem Gerberplatz (An der Klosterkoppel) haben sich Landes- und Bundespolitiker angemeldet. Ihr Kommen zugesagt haben bisher der Vizepräsident des Landtags Schleswig-Holstein Bernd Heinemann (SPD), der Elmshorner Bundestagsabgeordnete Ernst-Dieter Rossmann (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Heiner Garg (FDP) und Barbara Ostmeier (CDU) aus Hetlingen. Außerdem setzen sich Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) und die Pastorin Anke Schimmer vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein für das Thema ein. Eine weitere Veranstaltung wird vor dem Wedeler Rathaus stattfinden.

Bei den Kundgebungen sammeln die Initiatoren Karten mit Forderungen an die Politik, die per Post dem Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe (CDU), zugestellt werden. Mit der Aktion will die Diakonie etwa auf den Mangel an Fachkräften hinweisen. „Wir brauchen Menschen, die in der Pflege arbeiten, der Bedarf wird sich drastisch erhöhen“, sagt Buban. Jedoch würden die Ausbildungszahlen zurückgehen. Die gezahlten Gehälter seien zu niedrig, die Politik müsse handeln und die Pflege besser ausstatten. Zudem fordert Buban, dass die Ausbildung in der Pflege attraktiver werden und eine stabile Finanzierung garantiert sein müsse.

Die bisherigen Pflegestufen sind Buban auch ein Dorn im Auge: „Es muss um würdevolle Pflege gehen.“ Die Pflegestufen legen Minutenwerte für bestimmte Pflegetätigkeiten fest , dabei sind laut Buban keine Betreuungs- oder Beaufsichtigungszeiten vorgesehen. Das würde der Realität nicht entsprechen. Die Einrichtungsleiterin fordert „mehr Zeit für die Menschen“.

Im Anschluss an die Kundgebung in Uetersen findet am Montag, 12. Mai, eine öffentliche Diskussionrunde in der Rosenstadt statt. Bei der Veranstaltung im Haus am Rosarium (Großer Sand 63) sind Gäste willkommen. Zudem ist in der Einrichtung die Ausstellung „Pflege gestern – Pflege heute“ zu sehen. www.an-die-pflege-denken.de
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