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Pinneberger Tageblatt

24. August 2017 | 01:05 Uhr

Pferde, die im Takt tanzen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Olympiasiegerin Heike Kemmer gibt Tipps in Appen

„Ist sie schon da?“, flüstert eine junge Frau mit Pferdeschwanz. „Nein, noch nicht“, raunt es zurück. Mit kleiner Verspätung wegen eines Staus im Elbtunnel kam sie dann aber doch noch: Olympiasiegerin Heike Kemmer hat während einer Tagung auf dem Schäferhof in Appen am Mittwochabend Dressurtipps gegeben.

Hobby-Reiter und Pferde-Interessierte konnten an diesem Abend einiges lernen. Überzeugend wurde vorgeführt, welchen großen Einfluss die richtigen Klänge auf die Ausbildung der Pferde und das Verhältnis zwischen Ross und Reiter haben können.

140 interessierte Reitsportfreunde füllten die Halle. Eingeladen hatten die Persönlichen Mitglieder Hamburg, eine Gruppe innerhalb der Deutschen reiterlichen Vereinigung. Alle warteten gespannt darauf, wie es wohl aussieht, wenn Pferde im Takt der Musik tanzen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Die wissenschaftlichen Grundlagen führten Swantje Maass, Christian Ramcke und Andrea Müller mit Hilfe von zwei Reiterinnen vor. Durch die Methode hätten sie schon vielen Pferdeleuten geholfen. „Der Takt muss angepasst sein auf das Pferd“, erklärte Müller. Viele Reiter begingen den Fehler, das Tier über dem Takt zu reiten. Durch die richtige Musikauswahl könne die Gesamtpräsentation optimiert, die Harmonie zwischen Mensch und Tier verbessert werden.

Sandra Ann Wunnerlich führte auf ihrem Fuchswallach Di Pregio vor, was es bedeutet, wenn ein Pferd im Takt tanzt. Bereits bei den ersten Takten der Instrumentalversion von „Aber bitte mit Sahne“ passten sich die Bewegungen und die Atmung des Tieres perfekt an die Musik an. Tänzelnd bewegten sich Reiter und Pferd durch die Halle – und wirken dabei sehr entspannt. Als der Takt später verändert wurde, war deutlich zu sehen, dass nicht jede Art von Musik für das Ross funktioniert.

„Wir wollen mit dieser Tagung grundsätzlich Reiter an die Musik heranführen“, erklärte Organisatorin Gabriele Renken-Röhrs. „Viele haben Angst, verkrampfen beim Reiten und wundern sich dann, dass das Pferd unruhig ist. Musik entspannt. Und wenn man selbst locker ist, funktioniert auch das Pferd besser.“

Das bestätigte auch Spitzensportlerin Heike Kemmer, die am Mittwochabend ebenfalls die Methode auf hohem Niveau vorführte. Die Dressurreiterin ist mehrfache Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin und zählt zu den erfolgreichsten Sportlerinnen ihres Fachs. Ohne die richtige Musik-Auswahl könne man heute keinen Meistertitel mehr erringen, sagt sie. Kemmer habe sich auch schon eine Anlage in die Reithalle gestellt, um zu trainieren. „Wenn man zu Musik reitet, die einem gefällt, macht das einfach Spaß“, sagte Kemmer. „Schlimm ist es, wenn Berufstätige gleich nach der Arbeit aufs Pferd steigen und den ganzen Stress darauf übertragen. Die Musik hilft, runterzukommen.“

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erstellt am 27.Mär.2015 | 16:33 Uhr

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