Jamboree „You're up" : Pfadfinder trotzen dem Tornado

Die französische Zeitung DNA berichtete über die vom Unwetter zerstörten Zelte.
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Die französische Zeitung DNA berichtete über die vom Unwetter zerstörten Zelte.

Mit guter Laune gegen das Unwetter: Jugendliche aus Pinneberg und Halstenbek zelten im Großlager in Straßburg.

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29. Juli 2015, 14:00 Uhr

Pinneberg | Erschöpft, aber glücklich und gesund sind sie zurück aus Frankreich in der Pinneberger Heimat angekommen: 19 Pfadfinder aus Halstenbek und Pinneberg waren beim Großzeltlager „You’re up“ in der Nähe der französischen Stadt Straßburg. Insgesamt 15.000 Pfadfinder aus aller Welt haben sich dort beim Jamboree „You’re up“ versammelt.

Die Pinneberger bauten ihr Lager gemeinsam mit ihrem französischen Partnerstamm „Saint Louis De Vincennes“ auf. Sie kochten, spielten, sangen, nahmen an Workshops teil, besuchten Straßburg und lernten Pfadfinder aus der ganzen Welt kennen. Und die Bedingungen waren nicht immer einfach: „In der zweiten Nacht gab es einen Tornado, der über den Zeltplatz gerast ist. Das gesamte Lager wurde evakuiert und in einer nahe gelegenen Konzerthalle untergebracht“, berichtet Bernhard Schumacher, der Gruppenleiter der 14- bis 16-jährigen Pfadfinder des Stammes „Nelson Mandela“.

Aufgrund der gefährlichen Situation hatte die Gruppe keine Zeit etwas mitzunehmen. „Wir verließen in Schlafkleidung den Platz und verbrachten die Nacht auf dem Fußboden“, so der Pinneberger. Die Evakuierungsmaßnahmen seien vorbildlich gewesen. Es gab Wasser, kleine Snacks und für die medizinische Versorgung war ebenfalls gesorgt. „Trotzdem waren einige Jugendliche überfordert, sind zusammengebrochen und mussten versorgt werden. Glücklicherweise blieb unsere Truppe unverletzt“, berichtet Schumacher erleichtert. Auf dem Zeltplatz habe es jedoch 34 Verletzte gegeben, die unter anderem Knochenbrüche und Platzwunden erlitten.

Erst am nächsten Morgen wurde das Ausmaß des Orkans klar: „80 Prozent der Zelte lagen flach und waren beschädigt.“ Nachdem die Jugendlichen ihre Zelte wieder aufgebaut hatten, waren sie erst einmal erschöpft. „Und weil sich für die nächste Nacht erneut ein Unwetter angekündigt hatte, mussten wieder alle 15.000 Teilnehmer in der Konzerthalle nächtigen – diesmal vorbereitet mit Isomatte und Schlafsack“, so Schumacher.

Trotz der widrigen Umstände verloren die Jugendlichen nicht den Mut: „Sie waren immer noch gut gelaunt“, freut er sich. Nach den überstandenen Unwettern konnten die Jugendlichen in Ruhe ihren Partnerstamm kennenlernen. „Es sind Freundschaften entstanden und ein Handel: Aufnäher und Halstücher wurden unter allen Nationen ausgetauscht, um sie als Andenken stolz mit nach Hause nehmen zu können“, berichtet der 53-Jährige. Nach der Rückkehr ist sich Schumacher sicher: „Sie werden dieses Erlebnis nie vergessen.“

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