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Grün, unabhängig, auf der Suche : Parteigründung in Kummerfeld

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sabine Loof und fünf weitere Mitstreiter werben um engagierte Bürger zum Mitgestalten in der Lokalpolitik.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 14:00 Uhr

Kummerfeld | Bisher sind sie zu sechst – fünf Frauen und ein Mann: Die neuen Kummerfelder Lokalpolitiker der Grünen und Unabhängigen. „Als so kleines Grüppchen lohnte es sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, eine eigene Ortsgruppe zu gründen, deswegen gehören wir formal den Pinneberger Grünen und Unabhängigen an“, sagt die Vorsitzende Sabine Loof. Eine Liste möchte Loof aber schon zur Kommunalwahl beim Amt Pinnau anmelden. „Ziel ist es, dass Kummerfeld eine neue politische Kraft bekommt.“

Eigentlich sollte die offizielle Gründung schon vor einigen Wochen stattgefunden haben, doch noch reichte die Zahl der Mitglieder nicht aus. Loof und ihre Mitstreiter bleiben aber am Ball: Mit einer Plakatierungsaktion am vergangenen Freitag suchen sie nach künftigen Kollegen. Auch für politische Greenhorns wäre diese Neugründung eine Gelegenheit, in das lokale politische Leben einzusteigen, ohne Berührungsängste haben zu müssen: „Viele von uns hatten bisher nicht viel mit Politik zu tun“, erläutert Loof. Anfänger mit guten Ideen und Anliegen seien willkommen. „In der letzten Zeit sind wir einfach schon mal in den Ausschusssitzungen zum Zuhören erschienen“, berichtet sie. „Da kann man schon mal in aller Ruhe erleben, wie so etwas läuft und in die Themen hineinwachsen, die aktuell eine Rolle spielen.“ Und welche Themen spielen bei den Grünen und Unabhängigen speziell eine Rolle? „In unseren bisherigen Treffen haben wir schon allerhand diskutiert“, so die Vorsitzende. „Dabei ist herausgekommen, dass wir unseren Ort ökologisch auf jeden Fall aufwerten möchten.“ Man habe über das Thema Bienensterben gesprochen. Es sei den Mitgliedern auch aufgefallen, dass die kleinen Flugtiere immer weniger würden: „Früher hatten wir im Sommer in Kummerfeld immer viele tote Insekten auf der Windschutzscheibe, jetzt ist das kaum noch der Fall. Das zeigt, wie drastisch der Schwund ist.“ Dem wolle man beispielsweise durch das Aussähen bestimmter Wildblumen an geschützten Winkeln entgegen wirken. Ein weiterer Punkt der neuen politischen Kraft in spe sei das Thema Altenpflege. „Unser Pflegeheim ist ja geschlossen worden“, sagte Loof. „In Ihrer Zeitung las ich, dass sich in nicht öffentlicher Sitzung bereits ein Interessent gemeldet hat. Aber wir würden auch gerne neue, moderne Wohnformen in Kummerfeld anstreben, die über Einfamilienhäuser hinaus gehen – so schweben uns zum Beispiel Mehrgenerationenwohnprojekte vor“, erläutert Loof. Ein dritter Kernpunkt ihrer politischen Bestrebungen sei es, „vom Kichturmdenken weg zu kommen“. Offiziell hieße das „Synergieeffekte nutzen“. Gemeint ist ein engeres Zusammenrücken der Gemeinden im Amt Pinnau für mehr gemeinsame Planungen. Ein erfolgreiches Beispiel sei die Bilsbek-Schule.

Loof selbst ist bislang die einzige offiziell Grüne in der Truppe, die Mitstreiter definieren sich als Unabhängige. Sylvia Westphal beispielsweise, in Kummerfeld aufgewachsen, findet, der Ort als Baumschuldorf könne noch mehr Wert auf ökologische Vielfalt legen. Torsten Stein, lebenslanger Kummerfelder, gefällt die Idee, sich im Ort politisch zu engagieren, ohne einer etablierten Partei beitreten zu müssen. Loof selbst hingegen liegt die Ausrichtung der Grünen am Herzen: „Viele scheuen sich vor dem Eintritt in eine feste Partei“, sagt sie. „Einige haben auch Angst vor Fraktionszwang. Den gibt es bei den Grünen aber gar nicht.“ Angst davor, einen Stempel aufgedrückt zu bekommen, brauche man nicht zu haben. Parteien böten eine offene Diskussionsgrundlage. Die Partei lege lediglich eine grobe Denkrichtung fest, die dennoch Platz für Pluralität und Vielfältigkeit ließe.

Wer Lust hat, als Grüner oder Unabhängiger politisch seinen Lebensraum Kummerfeld mitzugestalten, kann am Montag, 9. Oktober, zum nächsten Treffen der Grünen und Unabhängigen kommen. Los geht es um 20 Uhr in der Alten Schule in der Kummerfelder Hauptstraße. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

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