Parkbank versenkt

Philipp Schadendorf, Chef des Halstenbeker Sportanglervereins, ebenfalls in Tauchausrüstung, fischte aus dem See  gekenterte Modellbauschiffe und Flaschen.
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Tobias Wink fischte aus dem See gekenterte Modellbauschiffe und Flaschen.

Krupunder See: Außergewöhnliche Reinigungsaktion im Naherholungsgebiet / Taucher finden Geldkassette

shz.de von
13. September 2018, 16:00 Uhr

So eine Reinigungsaktion gab es im Krupunder See noch nie. Mitglieder des Halstenbeker Sportanglervereins, der DLRG Halstenbek-Rellingen-Schenefeld und die Taucherstaffel der DLRG Norderstedt haben den See jüngst nach Müll abgesucht. Schaulustige beobachteten vom Uferrand aus, wie die mit Sauerstoffflaschen, sogenannten Tauchjackets und Atemreglern ausgestatteten Froschmänner unter Wasser gingen. „Das war eine erfolgreiche Aktion“, betonte der Veranstalter der Aktion Philipp Schadendorf (30), Vorsitzender des Halstenbeker Sportanglervereins.

Die Profis und freiwilligen Helfer förderten als spektakulärsten Fund eine Tasche mit einer aufgebrochenen Geldkassette voller Sparbücher und billigen Schmuck zu Tage. „Die wertvollen Dinge haben die Diebe zuvor entwendet“, vermutete Philipp Schadendorf. Doch auch acht Zugkarren voller Flaschen, eine Parkbank und „abgesoffene“ Modellboote gehörten zu den gefundenen Gegenständen. Diplom-Biologe Martin Purps vom Landessportfischerverband Schleswig-Holstein untersuchte den ökologischen Zustand des Wassers und entnahm Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen des Sees. Das Gewässer misst an seiner tiefsten Stelle 13 Meter. „Die Belüftungsanlage zeigt, dass der See Probleme mit dem Wasser hat“, erläuterte der Diplom-Biologe. Außer Purps beteiligten sich Mitglieder von der örtlichen Bürgerinitiative zur Erhaltung des Naherholungsgebietes Krupunder (BI) und der Ortsgruppe des Nabu.

„Wir sind den ehrenamtlichen Helfern und der Gemeinde sehr dankbar für ihre konstruktive Zusammenarbeit“, sagte Schadendorf. Die Baumschulengemeinde Halstenbek finanzierte den für den gefundenen Müll bereitgestellten Container sowie den Abtransport. Sie sorgte auch dafür, dass die erforderlichen Genehmigungen vorlagen und die aufwendige Aktion ohne Probleme über die Bühne gehen konnte. Absperrungen vor dem Parkplatz Krupunder See gewährleisteten eine exklusive Nutzung des Areals für die ehrenamtlichen Akteure.

Das Vorhaben gestaltete sich allerdings für die Helfer nicht einfach. „Die Sicht unter Wasser war beschwerlich“, erläuterte Schadendorf. Die vermuteten Fahrräder beförderten die „Meeresjäger“ nicht zu Tage.

Der Halstenbeker Sportanglerverein engagierte sich schon einmal bei der Reinigungsaktion im Regenrückhaltebecken. Das Motto lautete „Halstenbek räumt auf“. Bei dieser Gelegenheit seien die Beteiligten auf die Idee gekommen, den Krupunder See zu säubern. Es gab nach den Worten der ehrenamtlichen Helfer ein konstruktives Gespräch unter anderem mit dem Umweltbeauftragten der Gemeinde Rodion Wohlleben, Claudius von Rüden (SPD), der BI und der Ortsgruppe des Nabus. „Alle fanden das Vorhaben sofort sehr gut“, berichtete Schadendorf.

Nach der Aktion transportierten die Helfer den im Container gesammelten Müll ab. „Leider sind diejenigen, die den Müll in den See schmeißen, nicht anwesend“, bedauerte BI-Mitglied Helmut Meyer. Sie hätten kein Unrechtsbewusstsein.


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