Anstoss – Die HSV-Kolumne : „Papa“ sollte sich an die eigene Nase fassen

Kolumnist Lars Zimmermann.

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shz.de-Kolumnist Lars Zimmermann zur aktuellen Lage des HSV.

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25. März 2018, 10:00 Uhr

Hamburg | Ein Grund für den Absturz des HSV ist die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Realität. Ein Beispiel dafür lieferte am vergangenen Wochenende nach der Niederlage gegen Hertha BSC  Innenverteidiger Kyriakos „Papa“ Papadopoulos. Der Grieche konnte seine Verbannung auf die Ersatzbank nicht nachvollziehen und kritisierte deshalb den neuen Trainer Christian Titz.  Dass Papadopoulos über seine Ausbootung nicht glücklich war, ist nachvollziehbar und spricht zumindest für seinen Ehrgeiz. Allerdings sollte der Grieche die Verantwortung nicht beim Coach, sondern bei sich selbst suchen und seine eigenen Leistungen kritisch hinterfragen. Die waren nämlich in der Rückrunde unterirdisch.

Aber das Verdrängen der eigenen Unzulänglichkeiten gehört beim Dino schon seit Jahren dazu. Ständig wird die eigene Qualität beschworen und von den Verantwortlichen erklärt, dass die Mannschaft es nur versäume, sich für ihre Leistungen zu belohnen. Die Darbietungen auf dem Platz sprechen aber ebenso wie die Tabelle meistens eine ganz andere Sprache. Wenigstens der neue Coach Christian Titz scheint die Vorstellungen des HSV realistisch zu betrachten und hat dementsprechend  reagiert. Unter anderem, indem er Papadopoulos gegen Hertha auf die Bank setzte und Dennis Diekmeier, Walace, André Hahn, Mergim Mavraj sowie Sven Schipplock gleich ganz aus dem Kader strich. Der Mut des Trainers wurde zwar nicht belohnt und die Partie gegen Berlin ging mit 1:2 verloren. Aber glaubt irgendjemand, dass es mit Papadopoulos, Diekmeier und Co. besser gelaufen wäre? Mit ziemlicher Sicherheit nicht. Denn sie tragen die Verantwortung dafür, dass die Hamburger so schlecht stehen und wohl absteigen – und nicht der neue Coach, der von Papadopoulos gleich nach dessen Debüt auf der Trainerbank attackiert wurde.

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