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Wedel : Ostermarsch: Ein trotziger Kampf für den Frieden

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Am Sonnabend findet in Wedel der Ostermarsch statt. Etwa 120 Teilnehmer werden erwartet.

Wedel | „Leute über 60 stellen sich gegen den Wind.“ Diese Zeile aus einem Lied der Oma-Körner-Band gefällt Irmgard Jasker. Leute über 60 – dazu gehören Jasker, ihr Mann Wolfram und Mitstreiter Günther Wilke schon seit mehreren Jahren. Und gegen den Wind stellen sie sich bereits seit Jahrzehnten.

Ob Afghanistan oder in jüngster Zeit Libyen, Libanon und die Ukraine: Die drei Wedeler und das Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg werden nicht müde, weiterzukämpfen für eine Welt ohne militärische Auseinandersetzungen. Seit mehr als 30 Jahren marschieren sie zu Ostern durch Wedel im Zeichen der weißen Taube. Dass die Welt seitdem nicht friedlicher geworden ist, weiß Irmgard Jasker. Frustriert ist sie dennoch nicht. „Man darf nicht aufhören, seine Stimme zu erheben“, sagt Jasker. Auch wenn sie Verständnis für alle diejenigen hat, die mittlerweile nicht mehr mitmarschieren. Schließlich zählte der Ostermarsch in Wedel in Hochzeiten 800 Teilnehmer. Heutzutage sind es etwa 120. „Aber es sind auch wieder mehr junge Familien dabei“, weiß sie.

Zurzeit sind laut Jasker knapp 5000 deutsche Soldaten in elf Ländern auf drei Kontinenten im Einsatz. Vergebliche Liebesmühe war der Einsatz für Frieden für das Ehepaar Jasker und Wilke dennoch nicht. Beispiel Ukraine. „Es gelingt niemanden, in der Bevölkerung Feindbilder aufzubauen. Dazu gibt es auch zu viele private Kontakte beispielsweise zu Russen“, sagt Irmgard Jasker. Auch die Zustimmung der Menschen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr sei eher gering. Von daher stehe für sie fest: „Wo es geht, müssen wir den Friedensgedanken ausweiten. Statt Soldaten zu entsenden, sei bei Auseinandersetzungen viel mehr die Diplomatie gefragt. „Es gibt keine militärische Lösung, um politische Probleme zu lösen“, sagt Wilke.

„Wir sagen nein zu Auslandseinsätzen“ lautet denn auch das Motto des Ostermarsches am Sonnabend, 19. April, in Wedel, mit dem das Friedensnetzwerk auch auf den Ostermarsch in Hamburg am Montag, 21. April, hinweisen möchte. Die Auftaktkundgebung beginnt um 10 Uhr auf dem Rathausplatz der Rolandstadt. Als Redner haben sich Vertreter der Lampedusa-Initiative sowie Klaus-Dieter Brügmann, der sich beispielsweise für eine Umbenennung der Marseille-Kaserne in Appen einsetzt, und Wolfgang Erdmann von der IG Metall angekündigt.

Der Marsch durch Wedel soll um 11 Uhr starten und die Teilnehmer unter anderem zum Schulauer Markt und dem Roland führen. Ziel ist das Theaterschiff Batavia am Brooksdamm. Dort beginnt um 12 Uhr das traditionelle Friedensfest, das musikalisch seit vielen Jahren von der Oma-Körner-Band gestaltet wird. Teil des Fests ist eine Diskussionrunde mit den Rednern der Auftaktkundgebung. „Die dürfte diesmal spannender als der Rest der Veranstaltung sein“, ist sich Wilke sicher.

Der Spaß soll auf dem alten Dampfer selbstverständlich nicht zu kurz kommen, verspricht Jasker. Nicht nur, wenn alle – und insbesondere Batavia-Kapitän Hannes Grabau – darauf warten, dass die Oma-Körner-Band das Wedeler Ostermarsch-Lied spielt. Auch ein Kinderprogramm mit Ostereiersuche und einer Luftballonaktion ist vorbereitet.

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