Pinneberg : Oldtimer rollen durch den Kreis

Die bunten 2 CVs der „Nordenten“ waren ein echter Hingucker.
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Die bunten 2 CVs der „Nordenten“ waren ein echter Hingucker.

Teilnehmer kommen kostümiert zur 15. Veteranenfahrt „Pinneberg Mobil“.

shz.de von
15. Juni 2014, 22:00 Uhr

Pinneberg | Strahlender Sonnenschein ließ die spiegelblank geputzten Oldtimer richtig glitzern und funkeln, als sie vor der Drostei langsam auf die Startlinie zurollten, schwergewichtige Straßenkreuzer darunter wie auch kleine Flitzer. So begann die 15. Veteranenfahrt „Pinneberg Mobil“. Ein eindrucksvolles Spektakel, das Teilnehmer und Zuschauer aus nah und fern in die Innenstadt zog.

Jedes Mal, wenn Bürgermeisterin Urte Steinberg an der Einfahrt in die Untere Dingstätte die Flagge senkte und so dem nächsten Fahrer die Strecke freigab, verschwanden Wagen und Lenker erst einmal in einer dichten Wolke. Abgase? Nein, es sollte nur aussehen. Harmloser Theaternebel wurde dafür in die Straße gepustet.

„In Wirklichkeit ist unser Hobby höchst umweltfreundlich“, betonte Klaus Bahrke, Organisator des Oldtimertreffens. Denn es sei die Produktion der Autos, von der die größte Umweltbelastung ausgehe, nicht aber ihr Einsatz auf der Straße, so sein Argument. Deshalb sei das Hobby, Jahrzehnte alte Autos liebevoll verkehrstüchtig zu erhalten, tatsächlich gut für die Umwelt.

Nicht alle waren allerdings besonders sparsam im Verbrauch. 16 Liter pro 100 Kilometer schluckte zum Beispiel der Landrover Station-Wagon aus dem Jahr 1962, in dem Paul d’Artillac Brill vorfuhr. 2006 hatte er den Wagen mit Vierradantrieb in 67 Tagen rund 13 500 Kilometer von Hamburg bis Shanghai gelenkt. Ein weiterer Rallyeteilnehmer, VW-Käfer aus einem längst vergangenen Jahrzehnt, hatte vor 20 Jahren schon mal die Golden Gate-Brücke in San Francisco überquert. Und Carsten Haefeker hatte noch einen Tag vor der Rallye mit seinem 37-jährigen Opel eine ganz besondere Fahrt absolviert: Er war darin zu seiner Hochzeit vorgefahren.

Kostümiert hatten sich Matthias und Sabine Wacker. Ihr schrilles Outfit passte zum 70er Jahrgang ihres Opel Commodore. So hatten sie vor wenigen Tagen erst den zweiten Platz beim größten deutschen Commodore-Treffen im badischen Endingen errungen.

Die Strecke war so, dass auch die Mopedfahrer mit knatternden Ilo-Motoren sie bequem schaffen konnten. Es ging nach Norden bis Brande-Hörnerkirchen, wo der Pastor die Oldtimerfahrer in der Kirche erwartete. Nachmittags gab es dann noch eine Kaffeepause in der Seniorenresidenz Gut Thesdorf.

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