Konzert : Oldtime-Jazz mit viel Herzblut: West-Coast Stompers begeistern im Pinneberger Rathaus

Während Etlef Jacobsen (links) am Saxophon überzeugte, wusste Roland Pilz’ perfektes Trompetenspiel zu gefallen.
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Während Etlef Jacobsen (links) am Saxophon überzeugte, wusste Roland Pilz’ perfektes Trompetenspiel zu gefallen.

140 Besucher feierten den Auftritt der West-Coast Stompers im Rathaus. Das nächste Konzert ist bereits geplant.

shz.de von
28. Mai 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Aribert und Ingeborg Eggert aus Prisdorf waren schon sehr zeitig gekommen – und trotzdem nicht die Ersten. Denn: Mehr als 140 Besucher wollten sich bei der neusten Auflage von „Jazz im Foyer“ im Pinneberger Rathaus den Auftritt der West-Coast Stompers nicht entgehen lassen. Eine bereits 1980 gegründete Band, die nicht nur als älteste Oldtime-Jazz-Formation der Westküste Schleswig-Holsteins gehandelt wird, sondern vor allem für ihre stilistische Vorliebe zum „schwarzen Jazz“ und dem klassischen Blues der 1920er-Jahre bekannt ist.

Auch international auf Tour

Kein Wunder also, dass die Jazz-Könner um Frontsänger Roland Pilz (Trompete), Heiner Diedrichsen (E-Banjo), Etlef Jacobsen (Klarinette und Saxophon), Andreas Clement (Keyboard) und Uwe Schumacher (Schlagzeug) nicht nur in hiesigen Breitengraden für ihre Darbietungen bejubelt werden, sondern schon bei Gastspielen im texanischen El Paso, Dänemark oder Mecklenburg-Vorpommern gern gesehene Musiker waren.

Auch in Pinneberg wussten die Protagonisten ihr Publikum vom ersten Song an in den Bann zu ziehen. Ob „Darktown Strutters’ Ball (Shelton Brooks), „Oh, Lady be Good!“ (George Gershwin), „I want a Little Girl“ (McKinney’s Cotton Pickers) oder „Sweet Georgia Brown“ (Kenneth Casey): Mit ihrer Ankündigung „The Golden Age of Jazz“ lagen die mit jeder Menge Herzblut aufspielenden Musiker goldrichtig.

Extra-Applaus für gelungene Soli

Und legten unter anderem mit „Honeysuckle Rose“ (Fats Waller), dem Jazzstandard „On the Sunny Side of the Street“ oder „Isle of Capri“ (Wilhelm Grosz) gleich fulminant nach. Extra-Applaus verdienten sich die Künstler darüber hinaus als Solisten, wenn beispielsweise Jacobsen der Klarinette und dem Saxophon soviel abverlangte, bis fast die Puste wegblieb. Oder Pilz nicht nur mit tief-rauchiger Stimme aufwartete, sondern auch das Trompetenspiel in höchster Qualität beherrschte.

Nur folgerichtig also, dass das Publikum am Ende des fast dreistündigen Auftritts bei tosendem Applaus nach mehr verlangte. Und im Handumdrehen noch einige Zugaben erhielt.

Nächstes Konzert im Juni

Schon jetzt verwiesen die Organisatoren von „Jazz im Foyer“ auf die nächste Veranstaltung im Rathaus: Am 22. Juni wird das Blues-, Boogie- und Rock’n’ Roll-Duo „The Hometown Brothers“ zu sehen und hören sein – bestehend aus Markus Pohle (Klavier und Gesang) und Arny Oprotkowitz (Percussion und Gesang).

Beide Künstler gründeten die Gruppe anlässlich des Summerjazz-Festivals 2003 und sorgten mit einem weitgefächerten Programm, welches von Albert Ammons über die Andrew Sisters bis hin zu Elvis Presley reicht, für einen wahren Menschenauflauf in der Fußgängerzone.

Karten gibt es für 14 Euro im Vorverkauf beim „Bücherwurm“ oder an der Abendkasse zu 16 Euro. Konzertbeginn ist um 20  Uhr, der Einlass startet um 19 Uhr.

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