Pinneberg : Ohne Schulabschluss in den Beruf

Christina Fritz (links) ist nun ausgebildete Hauswirtschaftshelferin – dank der Unterstützung von Martina Goetz vom Verein für Berufliche Bildung im DHB.
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Christina Fritz (links) ist nun ausgebildete Hauswirtschaftshelferin – dank der Unterstützung von Martina Goetz vom Verein für Berufliche Bildung im DHB.

Der Verein Berufliche Bildung fördert junge Menschen mit Lernproblemen. 30 Absolventen schließen im September ihre Ausbildung ab.

shz.de von
04. Oktober 2013, 16:00 Uhr

Ein Schulabschluss ist wichtig, um in den Beruf zu starten. Doch manchen Schülern fällt das Pauken schwer – Lernschwächen machen die Schulzeit zur Qual. Solchen jungen Menschen liegt die praktische Arbeit oft besser. Unterstützung bietet der Verein Berufliche Bildung im DHB – ehemals Deutscher Hausfrauenbund. Denn der Verein hilft jungen Menschen beim Einstieg ins Berufsleben. Im Kreis Pinneberg freuen sich nun 30 junge Leute über ihren Berufsabschluss.

„Viele der Auszubildenden sind praktisch begabt, zeigen aber Schwächen in der Theorie“, erklärt Martina Goetz, Leiterin des Pinneberger Vereins. Laut dem Verein verlassen in ganz Deutschland jährlich rund 45 000 Schüler die Hauptschule ohne Abschluss. „Manche der jungen Leute sind sehr schüchtern. Weil sie aber zuverlässig sind, haben wir sie auf ihrem Weg gerne unterstützt und bieten auch Hilfe über die Ausbildung hinaus an“, sagt Goetz.

Die 30 jungen Absolventen und Absolventinnen, die nun ihren Berufsabschluss gemeistert haben, sind stolz und dankbar für ihre Chance: „Wir haben immer die volle Unterstützung unserer Sozialpädagogen, Förderlehrer und Ausbilder erhalten. Das war klasse“, sagt die 19-jährige Christina Fritz. Gerade hat sie ihre Lehre zur Hauswirtschaftshelferin abgeschlossen. Sie bewies, dass sie „mit ihrer offenen und besonderen Art auf Menschen zugehen kann“, sagt Martina Goetz.

Schwerpunkt liegt auf der Praxis

Unterschied zur klassischen Ausbildung: Der Schwerpunkt liegt auf der Praxis. Dadurch werden Jugendliche mit Lernbeeinträchtigungen nicht benachteiligt. „Mit der sogenannten Benachteiligtenförderung der Agentur für Arbeit wird der Bildungsweg nach oben durchlässig“, meint Goetz.

Von den jetzigen Absolventen starten 16 direkt in das weitere Berufsleben. „Man verabschiedet sich immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge, weil man sich sehr an die Azubis gewöhnt“, sagt Renate Maase, Ausbildungsleiterin im Kreis Pinneberg. „Aber am Ende überwiegt die Freude “, sagt sie und strahlt dabei Christina Fritz an, die versichert: „Ich werde immer positiv an meine schöne Ausbildungszeit zurückdenken.“

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