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Willkommenskultur in Halstenbek : Ohne Rassismus und mit Courage

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schule an der Bek organisiert mehr als 70 Projekte. Begegnung mit syrischen Flüchtlingen.

Halstenbek | Hirsekissen, Pinnwände und Kissen, verpackt in kreative Stoffbezüge: 20 Schüler des achten Jahrgangs der Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek haben sich an die Nähmaschine gesetzt und schöne Dinge kreiert. Die Schüler verkauften an einem Wochenmarkt-Stand auch Foto-Buttons von verängstigten Kindern mit der Aufschrift „Haben Sie ein Herz für Flüchtlinge?“ Das auf dem Markt gesammelte Geld wollen Jugendliche und Lehrer den Halstenbeker Flüchtlingen zukommen lassen.

„Man hat als Schüler ja sonst keinen Bezug zu den Betroffenen und es ist eine gute Idee, dass wir sie während des Projekts kennenlernen durften“, freute sich Schülerin Beke (13). Auch Jule (13) gefiel die Aktion. „Es macht Spaß, dabei zu sein und Dinge für einen guten Zweck zu tun“, so Jule. Lehrerin Tina Zilling setzte sich während des Verkaufs auf dem Wochenmarkt immer wieder an die Nähmaschine, um Frotteetücher mit Namenszügen zu versehen. Zilling gehörte zum Lehrerteam, das verschiedene Vorhaben für das schulübergreifende Projekt entwickelte.

Das Motto lautete: „Schule ohne Rassismus – eine Schule mit Courage“. Kinder und Jugendliche vom fünften bis zehnten Jahrgang waren an dem viertägigen Projekt beteiligt. Mutter Yuki Gramm deckte sich am Schülerstand mit Stoffprodukten ein. „Wir leisten gerne Beiträge“, so Gramm. Sie habe in ihrer Wohngegend Flüchtlinge, nehme Anteil und hoffe darauf, sie gut zu integrieren.

Ein einprägsames Erlebnis ist den Achtklässlern besonders in Erinnerung geblieben. Ein Flüchtling aus Syrien kam vorbei, um von seinen Erlebnissen in englischer Sprache zu berichten. Der Lehrer sprach von seiner Flucht sowie seinem Leben vor und nach dem Ereignis. „Früher hatte er ein Leben wie wir“, berichtete Zilling. Auf einmal habe seine Familie erleben müssen, dass „nichts mehr da war“.

Der sympathische Mann habe nur noch um das eigene Leben gefürchtet und Verwandte verloren. Der Lehrer sei froh gewesen, mit Kindern und Ehefrau zu flüchten. Mit den Worten „Eure größte Hilfe ist das Zuhören“, dankte er den Schülern. Auch Rania (16), Schülerin an der Gemeinschaftsschule, flüchtete vor einigen Jahren aus dem Jemen. „Ich finde es gut, dass es das Projekt gibt“, lobte die 16-Jährige.

Insgesamt gab es an der Schule etwa 70 Projekte wie Graffitikunst, Tanzen und Kochen aus den Herkunftsländern sowie deren Historie. Lehrerin Petra Goldschmidt betreute ein Zeitungsprojekt für die Neuankömmlinge. „Es sind tolle Sachen dabei herausgekommen“, lobte Goldschmidt. Die Schüler des fünften Jahrgangs entwarfen für die Flüchtlinge einen Willkommensflyer mit Adressen und Ansprechpartnern – darunter Ärzte, Apotheken, Schulen, Drogerien, Supermärkte, Spielplätze, Optiker, Kleiderkammer und Sportplätze.

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