„Ohne Feuerwehr geht es nicht“

Der Jugendwart der Wehr, Torben Bürger (von links), mit Tobias, Tim und Svenja Heidler. Die Jugendfeuerwehr kann sich nicht über mangelndes Interesse beklagen und führt sogar eine Warteliste für Kinder ab einem Alter von acht Jahren.
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Der Jugendwart der Wehr, Torben Bürger (von links), mit Tobias, Tim und Svenja Heidler. Die Jugendfeuerwehr kann sich nicht über mangelndes Interesse beklagen und führt sogar eine Warteliste für Kinder ab einem Alter von acht Jahren.

Kummerfelder Wehrführer zieht während des Neujahrsempfangs der Gemeinde Bilanz

shz.de von
08. Januar 2018, 17:12 Uhr

„Frohes Neues!“, ist immer wieder aus dem lauten Stimmengewirr herauszuhören. Viele Anwohner, aber auch Vertreter der Feuerwehren aus umliegenden Gemeinden haben sich gestern zum Neujahrsempfang der Gemeinde Kummerfeld bei der Feuerwehr getroffen. Der Kummerfelder Wehrführer Marc-Oliver Peters versucht jedes Jahr bei seiner Ansprache, ein aktuelles Thema aufzugreifen. Dieses Jahr entschied er sich mit Hinblick auf den G20-Gipfel für das Thema Sicherheit und betonte die Wichtigkeit der Gemeinschaft sowie die Notwendigkeit der Feuerwehr im Sicherheitssystem: „Ohne Feuerwehr geht es nicht.“

Zu insgesamt 29 Einsätzen wurde die Kummerfelder Feuerwehr 2017 gerufen. Die meisten davon waren technische Hilfeleistungen, doch auch zu Fahrzeug-, sowie Klein- und Mittelbränden rückte die Wehr aus. In seiner Rede richtete Peters auch einen Appell an seine Zuhörer, sich in der Gemeinde zu engagieren. Auch die Feuerwehr Kummerfeld suche weitere Mitglieder. Bestand die Wehr 2016 noch aus 54 Leuten, sind es zurzeit noch 50.

Auf der Hauptjahresversammlung am Freitag, 19. Januar, werden drei Mitglieder der Wehr verabschiedet und ein neues hinzukommen, sodass die Wehr dieses Jahr 48  Einsatzkräfte haben wird. Der Feuerwehrbedarfsplan schreibe eine Mindeststärke von 50 Männern und Frauen vor. „Die Lage in Kummerfeld ist noch im Rahmen, aber wir wollten zu dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen“, sagte Peters.

Das Problem ist jedoch nicht fehlendes Interesse der Jugendlichen. Die Jugendfeuerwehr führt sogar eine Warteliste für Kinder ab einem Alter von acht Jahren, verrät Torben Bürger, Jugendwart der Feuerwehr Kummerfeld. „Unsere beiden Jungs sind beide bei der Jugendfeuerwehr und der jüngere musste zwei Jahre warten, bis er anfangen konnte“, berichtete Svenja Heidler, die auch Mitglied im Förderverein ist. Die Feuerwehr Kummerfeld hat viel mehr damit zu kämpfen, dass junge, ausgebildete Feuerwehrleute aus beruflichen oder privaten Gründen aus Kummerfeld wegziehen. Alle Feuerwehren im Kreis Pinneberg sind ehrenamtliche Wehren, die Wehrführer Peters für ihr Engagement lobte. „Es ist schwierig, diese Aufgabe neben Alltag und Familie unterzubringen“, merkte er an.

„Unser Dank gilt den Partnern und Arbeitgebern, die unseren Feuerwehrmännern und -frauen so viel Freiraum und Unterstützung geben“, stimmte Burkhard E. Tiemann, Kreispräsident Pinneberg, zu. Die Feuerwehrleute würden ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, was vielen Menschen gar nicht bewusst sei. Tiemann klagte über Vorfälle, bei denen die Feuerwehr nicht nur bei ihrem Einsatz behindert, sondern auch beschimpft und angegangen worden wäre. „Wir als Gemeinschaft müssen dagegen angehen“, rief der Kreispräsident die Zuhörer auf: „Denn der Kreis Pinneberg ist stolz auf seine freiwilligen Feuerwehren.“

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