Das Sonntagsgespräch : „Ohne Ehrenamtliche, wäre der Verein nicht vorstellbar“

Engagiert: Claus Ricke (78) ist seit 32 Jahren Vorstandsmitglied des Sport-Clubs Pinneberg.
Engagiert: Claus Ricke (78) ist seit 32 Jahren Vorstandsmitglied des Sport-Clubs Pinneberg.

Heute mit Claus Ricke, Vorsitzender des Sport-Clubs Pinneberg.

shz.de von
17. Mai 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Pinneberg Claus Ricke ist Vorsitzender des Sport-Clubs Pinneberg (SCP). Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, warum ihm der Sport so wichtig ist.

Wie sieht Ihre Arbeit als Vorsitzender aus?
Es gibt eine vorzügliche Arbeitsteilung. Ich übernehme hauptsächlich repräsentative Aufgaben. Außerdem versuche ich zu schlichten, wenn es Konflikte gibt. Geschäftsführerin Bärbel Neubert und ihr Team sind hervorragend aufeinander abgestimmt und erledigen alle administrativen Arbeiten schnell und zuverlässig. Einen bürokratischen Stau können wir uns bei 1650 Mitgliedern auch gar nicht erlauben.

Gibt es Probleme, mit denen der Verein  kämpft?
Wir sind der einzige Verein in Pinneberg, der sich sozusagen selbst ernährt. Alle anderen Sportvereine werden von der Stadt gefördert und müssen sich zum Beispiel nicht um Pflege und Instandhaltung ihrer Anlagen sorgen. Wir kümmern uns um Plätze, Klubheim, Kabinen und alles andere selbst. Das funktioniert nur, wenn alle Sparten zusammenhalten. Einnahmen generieren wir vor allem durch die Kurse, die wir anbieten. Nur durch die Mitgliedsbeiträge könnten wir nicht überleben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Vereins?
Der Verein zahlt noch ein Darlehen ab, weil wir Klubheim und Kabinentrakt umbauen mussten. Deswegen sind größere Investitionen momentan nicht drin. Wir wünschen uns aber den Anbau einer weiteren Halle. Der Platz dafür ist vorhanden. Erst einmal soll allerdings der Kredit abgetragen werden, damit der Verein in keine finanziellen Nöte kommt. Ich hoffe, dass wir mit dem Anbau 2020 beginnen können. Die Halle wäre für den SCP wichtig, weil unser Angebot durch die zusätzlichen Hallenzeiten flexibler und umfangreicher wird. Das ist gerade aufgrund der Konkurrenz zu den Fitnesscentern wichtig.

Ist Pinneberg eine Sportstadt?
Aus meiner Sicht ja. Dafür sprechen schon die Mitgliederzahlen der großen Vereine VfL, SCP und Waldenau. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen klappt hervorragend. Wir unterstützen uns gegenseitig so gut wir können.

Sind Sie mit der Unterstützung der Stadt zufrieden?
Sie tut, was sie kann. Die Möglichkeiten sind aber aufgrund der Finanzprobleme der Stadt eher gering. Dadurch sind der Bürgermeisterin und der Politik die Hände gebunden. Das müssen auch wir Sportler akzeptieren. Einem nackten Mann kann man schließlich nicht in die Tasche greifen.

Sind Sie selbst auch sportlich aktiv?
Ich schwimme dienstags bis freitags jeden Morgen um 6Uhr. Das ist meine Ertüchtigung, bei der ich alleine bin und mich mit niemandem abstimmen muss.

Warum ist Ihnen Sport wichtig?
Er ist die schönste Nebensache der Welt. Der Sport fördert Kameradschaft und das gegenseitige Miteinander und prägt damit das ganze Leben. Außerdem hält Sport fit und gesund.

Sie arbeiten seit 32 Jahren im Vorstand des SCP. Was hat sich im Laufe der Jahre verändert?
Alles ist wesentlich moderner und eine funktionierende EDV ist nicht mehr wegzudenken. Früher war vieles in Pappkartons und wurde Pi mal Daumen geregelt. Manchmal vielleicht auch nach Gutsherrenart. Das ist heute allein aufgrund der Gesetzgebung gar nicht mehr möglich. Vereine müssen höllisch aufpassen, dass sie die Gemeinnützigkeit nicht verletzen.

Was zeichnet den Sport-Club Pinneberg aus?
Die zahlreichen Ehrenamtlichen, ohne die der Verein gar nicht vorstellbar wäre. Auch die Harmonie wird groß geschrieben. Bei uns fühlt sich jeder gut aufgehoben. Der SCP ist ein Verein zum Anfassen.

Claus Ricke (78) ist seit 32 Jahren Vorstandsmitglied des Sport-Clubs Pinneberg und seit 25 Jahren Vorsitzender. Der selbstständige Immobilienkaufmann ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder.
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