Bönningstedt : Offener Brief an den Bürgermeister

Mit vereinten Kräften: Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU, Frauke Foth und Rolf Lammert, sahen keinen anderen Weg, als sich mit einem offenen Brief an den Bürgermeister zu wenden.
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Mit vereinten Kräften: Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU, Frauke Foth und Rolf Lammert, sahen keinen anderen Weg, als sich mit einem offenen Brief an den Bürgermeister zu wenden.

„Wir vermissen das absolute Kämpfen“- SPD und CDU schreiben offenen Brief an Bürgermeister Peter Liske (BWG).

shz.de von
07. Mai 2015, 10:00 Uhr

Bönningstedt | Erst Anfang April hat sich die Bönningstedter Politikerin Anja Ebens (Bündnis 90/Die Grünen) öffentlich darüber empört, dass Beschlüsse nicht umgesetzt werden. Jetzt ziehen SPD und CDU nach. Gemeinsam haben die beiden Fraktionen einen offenen Brief verfasst, der heute zugestellt werden soll. Adressat: Bürgermeister Peter Liske (BWG).

„Wir wenden uns an Sie mit dem dringenden Appell, endlich Ihre Verantwortung als Bürgermeister für unser Dorf wahrzunehmen“, schreiben die Fraktionsvorsitzenden Frauke Foth (SPD) und Rolf Lammert (CDU) gleich zu Beginn. Am Ende werden die beiden noch deutlicher und werfen dem Gemeindeoberhaupt sogar Untätigkeit vor.

Bei einer Verschuldung, die von etwa 900.000 Euro im Jahr 2009 auf aktuell 6.109.996 Millionen Euro gestiegen sei, seien sie fassungslos über den Verlauf der Gemeinderatssitzung am 19. Februar. „Obwohl es Ihnen seit Langem bekannt ist, dass unser Dorf sich in einer ausgesprochen schwierigen finanziellen Situation befindet, haben weder Sie noch der Vorsitzende des Finanzausschusses – Herr Hansen (BWG) – ein Entschuldungskonzept erarbeitet“, heißt es in dem Brief weiter. Die finanzielle Reise in den Abgrund gehe ungebremst weiter.

Im Gespräch mit dieser Zeitung sagte Lammert: „Wir vermissen das absolute Kämpfen.“ Es fehle einfach ein ganzheitliches Konzept, anstatt jedes Jahr an irgendwelchen Schräubchen zu drehen, ergänzte Foth. Für Lammert sei es unverständlich, bei Vereinen und Verbänden zu sparen. „Unser ältester Verband, die Liedertafel Harmonie, erhält 25 Prozent weniger Geld, der SV Rugenbergen muss bei der Jugendarbeit mit 4000 Euro weniger auskommen“, kritisierte er.

Foth und Lammert monieren in ihrem Schreiben jedoch nicht nur mangelndes Engagement bei der Haushaltskonsolidierung, sondern auch fehlende Transparenz und den Umgang miteinander. „Früher haben wir uns auch gestritten, aber durchaus zielgerichtet“, sagte Lammert.

Was aber am schwersten wiege: Ihm fehle das Vertrauen. „Informationen gibt es nur auf Nachfrage, einseitige Veröffentlichungen basieren leider auf Teilwahrheiten und sind oftmals aus dem Kontext gerissen“, werfen die Politiker dem Bürgermeister vor. Zudem blieben schriftliche Anfragen unbeantwortet. Mehr Transparenz, Einbeziehen aller Fraktionen und gemeinsames Interesse für die Fortentwicklung des Dorfes – darauf hoffen sie. „Wir wünschen uns, dass der Bürgermeister für Bönningstedt kämpft“, forderte Foth.

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