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Nur jeder Dritte empfindet gemeinsame Identität

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Metropolregion: Nach einer ersten großen Befragung zeigt sich die Mehrheit der Bewohner zufrieden

Nichts ist so gut, als dass es nicht besser werden könnte – auch nicht die Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg. In der ersten groß angelegten Befragung von Bewohnern und Unternehmern der Vier-Länder-Region zeigt sich eine Mehrheit zwar zufrieden mit dem Leben im Großraum. Zugleich klagen Teilnehmer aber über eine Vielzahl von Schwachstellen und machen Verbesserungsvorschläge. Die meiste Kritik gibt es an Defiziten beim ÖPNV sowie an fehlenden Absprachen bei Straßenbaustellen.

Die Befragung unter dem Titel „Wo drückt der Schuh“ soll dafür die Munition liefern. Knapp 1700 Personen beteiligten sich an der Erhebung im Internet. Ergebnis: Die meisten Befragten leben gern in der Metropolregion, loben vor allem Freizeitwert und Verkehrserschließung. Aber: Mehr als die Hälfte
(58 Prozent) empfinden die vielen Verwaltungsgrenzen in ihrem Alltag als Hemmnis. Konkret monieren die Teilnehmer unter anderem, dass Schulbesuche im benachbarten Bundesland nur schwer möglich sind. Eine Mutter klagt: „Meine Kinder können nicht in eine Hamburger Schule nebenan gehen, sondern müssen einen langen Schulweg in Kauf nehmen, um in Niedersachsen zur Schule zu gehen.“ Das verführe zum Mogeln: „Ich erlebe, dass Kinder den Wohnsitz bei den Großeltern in Hamburg anmelden, damit sie dort ein Gymnasium besuchen können.“ Fast gleichlautende Kritik gibt es zum Besuch von Kitas und Berufsschulen. Ein Befragter: „Das Gastschulabkommen behindert die Wahl der richtigen Schule.“ Hans-JörgSchmidt-Trenz, Vorsitzender der Initiative pro Metropolregion Hamburg (IMH): „Wir fordern, die Beschulung über die Landesgrenzen hinweg zu vereinfachen.“ Auch kritisieren viele Bürger Lücken im U- und S-Bahnnetz. Ein Teilnehmer klagt: „Es ist praktisch unmöglich, nach
24 Uhr von Hamburg nach Buxtehude zu kommen. Die S-Bahn fährt nicht mehr.“

Nach fast 20 Jahren Verwaltungskonstrukt Metropolregion kann darin nur ein Drittel der Befragten eine gemeinsame Identität ausmachen.

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