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Kreis Pinneberg : Nur jede zweite Schule hat WLAN

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die SPD diskutiert in Schenefeld über digitales Lernen und die Zukunft im Schulbetrieb.

Schenefeld | „Wir brauchen einen finanziellen Impuls.“ Peter Rosteck, Rektor der Elmshorner Bismarckschule, hat am Dienstagabend im Schenefelder Rathaus einen eindringlichen Appell an Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) gerichtet. „Uns muss man nicht überzeugen, dass digitales Lernen Einzug in unsere Klassenzimmer halten sollte“, sagte Rosteck. „Aber 80 Prozent der Zeit schlagen wir uns mit der Technik herum. “

Der Schulleiter war einer von etwa 20 Besuchern, die der Einladung der SPD-Bundestagsfraktion gefolgt waren. „Bildung 2.0: So geht Schule im Jahr 2020“ lautete der Titel der Diskussion, an der sich außer der Bildungsministerin auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecher seiner Fraktion Ernst Dieter Rossmann, der SPD-Landtagsabgeordnete und schulpolitische Sprecher Kai Vogel, die stellvertretende Sprecherin der AG Digitale Agenda der Bundestags-SPD Saskia Esken sowie Florian Lienau, im vergangenen Schuljahr Landesschülersprecher der Gymnasien, beteiligten.

Rostecks Forderung: „Es muss Standard sein, dass Schulen entsprechend ausgestattet sind, dann können wir auch didaktische Mittel entwickeln.“ Seine Kollegin Thorina Nielsen, Leiterin der Hermann-Löns-Schule in Ellerbek, legte nach: „Wir brauchen nicht nur Geld, sondern auch mehr personelle Ressourcen.“ Beiden erteilte Ernst eine Absage. Das Problem ist ihr gleichwohl bekannt. Die Bildungsministerin sprach von einem „enormen Investitionsstau“ und zeichnete ein düsteres Bild von dem Land, das sie seit dem vergangenem Jahr mitregiert: Nur jede zweite Schule verfüge über WLAN, gerade einmal 15 Prozent über schnelle Internetanschlüsse. 50 Prozent des Supports übernähmen Lehrkräfte. Bundespolitikerin Esken zog den Kreis größer: „Beim Einsatz digitaler Medien im Unterricht trägt Deutschland EU-weit die rote Laterne.“ Gleichzeitig betonte Ernst, dass Medienkompetenz eigentlich eine Selbstverständlichkeit sei. Wie geht das Zusammen?

Die Antworten blieben vage. Immer wieder schoben sich anwesende Kommunalpolitiker und Landes- und Bundespolitiker die Verantwortung zu. Dafür sei aber keine Zeit, mahnte Ernst. „Wir sollten alle unsere Hausaufgaben machen. Wir können nicht auf Gesetz, Ausstattung oder Weiterbildung warten. Alle, die dabei helfen können, die Kompetenz zu verbessern, sollten aktiv werden“, sagte die Bildungsministerin.

Dass einige dies längst tun, wurde am Dienstagabend mehr als deutlich. Digitales Lernen spielt nicht nur an der Hermann-Löns-Schule eine große Rolle. Thomas Oertel vom Johann-Rist-Gymnasium in Wedel fand motivierende Worte: „Wir sind es als Schule nicht gewöhnt, uns zu vernetzen, aber genau das müssen wir jetzt lernen und tun.“

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erstellt am 18.Nov.2015 | 15:40 Uhr

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