Notstand bei Tagesbereitschaft

Ehrungen: Bürgermeister Claudius von Rüden (SPD, links) und Wehrführer Andreas Roman (rechts) zeichneten den stellvertretenden Wehrführer Kai Semmelhack (ab Zweiter von links) mit dem Schleswig-Holsteinischen Ehrenkreuz in Silber, Peter Völzer mit dem Ehrenkreuz in Bronze und Nico Tiedemann mit der Leistungsspange in Bronze der Schleswig-Holsteinischen Jugendfeuerwehren aus.
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Ehrungen: Bürgermeister Claudius von Rüden (SPD, links) und Wehrführer Andreas Roman (rechts) zeichneten den stellvertretenden Wehrführer Kai Semmelhack (ab Zweiter von links) mit dem Schleswig-Holsteinischen Ehrenkreuz in Silber, Peter Völzer mit dem Ehrenkreuz in Bronze und Nico Tiedemann mit der Leistungsspange in Bronze der Schleswig-Holsteinischen Jugendfeuerwehren aus.

Halstenbek oft kein Lebensmittelpunkt: Wehrführer Andreas Roman warnt vor Folgen / Hoffnung: Sollstärke von 81 Kameraden erreicht

shz.de von
30. Januar 2018, 16:00 Uhr

„Wir benötigen in der Zukunft mehr aktive Mitglieder, die ihren Lebensmittelpunkt in Halstenbek haben, um unsere Aufgaben zu erfüllen“, sagte Wehrführer Andreas Roman während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Halstenbek. Die Tagesbereitschaft nehme bei nahezu allen Freiwilligen Feuerwehren gravierend ab.

„Auch in Halstenbek ist dieses Übel angekommen“, sagte Roman. Allerdings machte die Wehr am Freitagabend einen Schritt in die richtige Richtung: Sechs Kameraden wurden aus der Jugendfeuerwehr übernommen und damit erstmals seit 2013 die Sollstärke von 81  Kameraden erreicht, mit jetzt 82 Aktiven sogar überschritten. Dennoch sei die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren wichtig: „Es geht nicht mehr, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Wir müssen zukünftig auch noch enger zusammenrücken“, so Roman.

„Hätten wir die Jugendfeuerwehr nicht gehabt – unsere ist die zweitälteste im Kreis Pinneberg – hätten wir jetzt ein Problem“, sagte Roman. Seit dem Jahr 2000 seien 51  Nachwuchskräfte aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung gewechselt, von denen 30 noch aktiv seien. Hinzu kämen 21 Quereinsteiger. Im gleichen Zeitraum haben 63 Kräfte die Halstenbeker Wehr verlassen. „Was mich ärgert, ist, wenn wir super gut ausgebildete Feuerwehrleute an andere Wehren abgeben. Die Entscheidung für einen Studienort oder einen neuen Arbeitsplatz seien die Hauptgründe für die Wechsel. Auf Platz drei sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen, wenn das eigene Elternhaus verlassen wird und auch die hohen Grundstückspreise. Von 2013 bis Ende 2019 sei dies der Grund für acht Kameraden gewesen, den Wohnort zu wechseln. „Und das werden leider noch mehr“, sagte Roman. Um auch zukünftig auf den Nachwuchs setzten zu können, soll in diesem Jahr verstärkt um neue Mitglieder für die Jugendfeuerwehr geworben werden. Zudem soll die Zahl der Fördermitglieder, derzeit 278, wieder gesteigert werden.

Was stetig steige, sei die Zahl der Einsätze. 208 Mal rückten die Halstenbeker Blauröcke im vergangenem Jahr aus. 31 Feuer standen in der Einsatzstatistik, insgesamt 152 technische Hilfeleistungen, davon 101 Wetterschäden, sowie 20 Fehlalarme. „Wenn die Einwohnerzahl steigt, steigt auch die Einsatzzahl. Das hängt alles zusammen“, betonte Roman.

„Ohne Sie könnten wir alle nicht so ruhig schlafen. Es ist toll, wie Sie den Einsatz auf so hohem Niveau halten. Denn Sie sind eigentlich im Dauereinsatz, was Sie von anderen Ehrenämtern deutlich unterscheidet“, sagte Bürgermeister Claudius von Rüden (SPD). Im vergangenem Jahr habe die Gemeinde mehr als eine Million Euro in die Ausstattung der Feuerwehr investiert. „Es ist die Aufgabe von Verwaltung und Politik für eine gute Ausrüstung und Ausbildung zu Sorgen. Ihre Einsatzstatistik ist der beste Beleg, dass das Geld gut investiert ist“, so der Bürgermeister.

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