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Pinneberger Tageblatt

19. November 2017 | 14:51 Uhr

Note 5 für kaputte Radwege

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Unfallgefahr Initiative aus Politik, Bürgern und ADFC stellt Mängelliste zusammen / Forderung nach mehr Geld

von
erstellt am 25.Okt.2017 | 16:00 Uhr

„Zu eng, zu gefährlich, verwahrlost, nicht vorhanden“. Die Bilanz der Erkundung der Radwegsituation in Halstenbek durch eine Initiative aus Halstenbeker SPD- und Grünen-Politikern sowie Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist ernüchternd. Teilnehmerin und passionierte Radlerin Therese Wiethoff bringt es auf den Punkt: „Dafür gibt es die glatte Note 5.“ Handlungsbedarf? Riesig.

Heinz Förster (ADFC Pinneberg), Hildegard Krüger und Karl Witte, beide in der SPD-Fraktion sowie im Bauausschuss aktiv, und die Halstenbekerin Wiethoff stellten gestern im Rathaus Zahlen und Fakten vor, die sich aus drei Erkundungstouren per Fahrrad am 5. (im Ort) und am 12. (entlang der Dockenhudener Chaussee) sowie am 19.    September (Krupunder und zurück) ergeben haben.

Die Mängelliste ist lang und differenziert. Es fehlen klare Regelungen wie beispielsweise an der Hartkirchener Chaussee/Friedenstraße. Es geht um die gemeinsame Nutzung als Fuß- und Radweg der Westseite der Hartkirchener Chaussee zwischen Neuer Weg und Autobahn. Doch für diesen Zweck ist der Streifen einfach zu schmal und in einem katastrophalen Zustand. Vorschlag der Kritiker: Entfernung des unzulässigen Verbotsschilds.

Es geht am Thesdorfer Weg ab Sportplatzgelände um einen Konflikt zwischen Autos und Radfahrern – provoziert durch die zu schmale Fahrbahn. Hier wünschen sich die Tester im Schulterschluss mit der Stadt Pinneberg eine Ausweisung als Fahrradstraße.

Es geht des Weiteren im Bereich Gärtnerstraße/Seemoorweg schlichtweg auch um gefährliche Flickstellen auf dem von Radfahrern zu benutzenden Überweg an der Ampel. Die Initiatoren formulieren hier eine ganz schlichte Forderung: „Reparieren“.

Auch das mobile Absperrgitter (Drängelgitter) am Durchgang zwischen Grüner Twiete und Dockenhudener Chaussee, das sehr dicht am Fußweg angebracht ist, wollen Krüger und Co. nicht dulden. „Das Drängelgitter um zwei Meter zurücksetzen“, lautet ihr energischer Einwand.

Zudem geht es um die Beseitigung von Höhenunterschieden, um Sturzgefahren auszuschließen, um das Aufstellen von Warnschildern für Autofahrer vor einschwenkenden Radfahrern, um das Aufbringen von fehlenden Sicherheitsstreifen und das Anbringen von Reflektoren auf schlecht sichtbare Poller.

Nicht unerwähnt bleiben soll aus Sicht der AG die Diskussion über die Beschilderung der südlichen Tunneleinfahrt Siebentunnelweg. Dort heißt es: „Radfahrer müssen die Fahrbahn nutzen! Autofahrer, bitte nehmt Rücksicht!“ Die Fuß- und Radweg-Tester behaupten: „Das provisorische Schild ist bestenfalls gut gemeint, aber rechtlich zweifelhaft. Für Kinder ist es zumindest missverständlich. Die Forderung lautet: das Schild entfernen und am rechten Straßenrand Schutzstreifen für vom Süden kommende Radfahrer einrichten.“ Der Fußweg im Tunnel sollte als für „Radfahrer frei“ ausgeschildert werden.

Am 21. November sowie am 12. Dezember wollen die Aktiven ihre Vorschläge während der Sitzungen des Bauausschusses einbringen. Es geht auch ums Geld: Statt zurzeit etwa 40  000 Euro sollen künftig 60  000 bis 100  000 Euro für die Rad- und Fußwege zur Verfügung gestellt werden. Krüger und Witte stellen sich auf harte Haushalts-Diskussionen ein.

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