Schwere Sturmschäden : Nordsee frisst sich in Düne vor Helgoland

Sturmtief Xaver hat 50.000 Kubikmeter Sand von der Düne vor Helgoland abgetragen.
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Sturmtief Xaver hat 50.000 Kubikmeter Sand von der Düne vor Helgoland abgetragen.

Nach dem Sturmtief beklagt die Hochseeinsel massive Sandverluste. Etwa 50.000 Kubikmeter wurden in die Nordsee gespült.

shz.de von
10. Dezember 2013, 10:00 Uhr

Die Ruhe nach dem Sturm: Für die Helgoländer wird erst jetzt das ganze Ausmaß der Schäden, die Orkantief Xaver in der vergangenen Woche angerichtet hat, deutlich. Die der Insel vorgelagerte Düne hat ordentlich gelitten. Der Nordstrand ist zwischen vier und 15 Meter schmaler geworden. „Der Schock sitzt tief“, sagte gestern Helgolands Bürgermeister Jörg Singer im Gespräch mit dieser Zeitung.

Drei schweren Sturmfluten war die Düne Donnerstag und Freitag schutzlos ausgeliefert. „Der Blanke Hans hat ganze Arbeit geleistet“, so Singer. Nach ersten Schätzungen seien 50 000 Kubikmeter Sand Opfer der Fluten geworden. An einigen Stellen des Nordstrands sei der Schutzdeich auf einer Breite von mehr als 15 Metern weggerissen. „Wir müssen um die Existenz unseres Natur- und Badeparadieses fürchten“, so das Resümee des Bürgermeisters. Die Düne müsse dringend saniert und im Zuge des Küstenschutzes besser gesichert werden. „Sonst droht die Düne bei weitere Sturmfluten auseinanderzubrechen“, sagte Singer.

Aus eigener Kraft schaffen es die Insulaner laut Singer nicht, die Sturmschäden zu beseitigen. Tourismusdirektor Klaus Furtmeier pflichtet dem Bürgermeister bei: „Ohne professionelle, fremde Hilfe dürfte es aus heutiger Sicht nicht gelingen, die Strände bis zum Saisonstart 2014 wieder herzurichten.“ Singer hofft auf Hilfe vom Land. Gespräche mit dem Küstenschutz sollen in den kommenden Tagen folgen. „Es geht jetzt vor allem darum, die Existenz der Düne und des Nordostlands im Bereich der Jugendherberge zu sichern und darum, noch größere Schäden abzuwehren und einen möglichen Deichdurchbruch zu verhindern“, sagte Singer. Künftig müssten Lösungen gefunden werden, die den Sandverlust bei stürmischer See verhinderten. Was die Beseitigung der Schäden kostet, darüber mochte sich Singer nicht äußern. „Das wäre unseriös.“ Allerdings kämen schnell 500 000 Euro zusammen.

Auch Sylt wurde hart getroffen. Auf „hunderttausende Kubikmeter“ schätzt der Küstenschutz-Direktor Johannes Oelerich die Sandmenge, die sich die Fluten von den Stränden und Dünen geholt haben.
 

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